14. Bericht:
Galapagos
4.12. – 9.12.2012
Liebe
Freunde
Wie
im vor Kurzem aufgeschalteten 13. Bericht erwähnt, verkürzten wir
unsere lange Wartezeit in Cartagena mit einem (zu) kurzen Ausflug
nach Galapagos. Über Medellin flogen wir nach Quito, übernachteten
dort und nahmen am nächsten Morgen den Flug um 7:30h nach Baltra,
dem wichtigsten Flugplatz von Galapagos. Dort holte uns die auf
Anhieb sympathische Reiseführerin Carla ab und führte uns zuerst
via Fähre zur Insel Santa Cruz. Auf der Fahrt zum Hauptort Puerto
Ayora machten wir kurz Halt bei den Zwillings-Calderas, zwei nach dem
Entleeren von Magmakammern entstandenen Einsturzlöchern. Anschliessend folgte ein erster Höhepunkt mit dem Besuch bei den Riesenschildkröten. Wir waren absolut fasziniert von diesen archaisch wirkenden Tieren, die bis zu 250 kg schwer und über 100 Jahre alt werden können. Einst gab es auf allen Galapagos-Inseln über 100'000 Schildkröten, doch sie wurden im Laufe der Zeit durch Piraten und Seefahrer, welche sie als einfach zu haltendes Frischfleisch auf ihren Schiffen mitführten, auf unter 10'000 dezimiert.
Auch einige Vögel schwirrten herum, unter anderem der endemische „Yellow Warbler“, der auch mal einen gemütlichen Ritt auf einer Schildkröte unternimmt - und natürlich viele der berwiühmten Darwin-Finken.
Nach einem Gang durch eine 500 m lange Lavahöhle
bezogen wir in Puerto Ayora im guten, ruhigen Hotel Villa Laguna Quartier.
Vor dem Einnachten wanderten wir noch zur „Tortuga Beach“ und bestaunten unterwegs neben weiteren Vögeln die endemische Opuntia Spezies, die als einziger Kaktus eine verholzten Stamm bildet, sowie andere Kakteen.
Am Strand mit seinem weissen Sand und den schwarzen Lavafelsen erwarteten uns die ersten Meeres-Iguanas (Leguane), die so gut getarnt waren und regungslos da lagen, dass wir fast auf sie getreten wären.
Mit Wasservögeln und Pelikanen nahm ich ein kurzes Bad im recht kühlen Meer.
Am zweiten Tag besuchten wir auf einem Tagesausflug die Insel Floreana. Begrüsst wurden wir von munteren Seelöwen, die völlig ungeniert über die Hafenmole spazierten.
Im Innern der Insel zwischen den zwei erloschenen Vulkanen konnten wir weitere Schildkröten bestaunen, die auf dieser Insel ausgestorben sind, jetzt aber als ehemalige Haustiere von deutschen Einwanderern ihr Dasein fristen dürfen.
Vorbei an schönen Flechten und Blumen erreichten wir einen Punkt mit guter Übersicht, welcher im 17./18. Jhdt. von Piraten als Unterschlupf benutzt wurde.
Zurück an der Anlegestelle zeigten sich an der „Black Beach“ neben weiteren Iguanas auch intensiv gefärbte Krebse, deren Rot vor den schwarzen Lavasteinen besonders gut zur Geltung kam.
In einer kleinen Bucht legte unser Schnellboot an und wir wurden von mehreren herzigen und seltenen Galapagos-Pinguinen begrüsst.
Das anschliessende Schnorcheln im Meer war der eigentliche Höhepunkt des Tages. Mit einer Vielzahl herrlich farbigen Fischen, Schwärmen von Silberfischchen und zum Abschluss noch mit einer Meeresschildkröte tummelten wir uns im kühlen Meer. In rasanter, knapp 2-stündiger Fahrt ging's wieder zurück nach Puerto Ayora.
Der nächste Tagesausflug zur Insel North Seymour war uns schon von unserer Reiseführerin Carla als einmalig angekündigt worden – und sie hatte nicht übertrieben! Nach einer Busfahrt zum Nordende von Santa Cruz brachte uns die Motoryacht „Santa Fe II“ auf die kleine Insel. Unterwegs begleiteten uns bereits die ersten majestätischen Fregattvögel.
Auf der Insel begrüsste uns ein Seelöwe, der quer über dem Weg lag und nicht die geringsten Anstalten zum Weggehen machte,
und der erste Land-Iguana.
Auf unserer kleinen Wanderung ins Innere der Insel folgten weitere dieser sehr urtümlich anmutenden, auf Galapagos endemischen Echsen, die alle nicht die geringste Scheu vor Menschen zeigen. Einer suchte seine Blätter sogar in einem Busch.
Bald kamen wir ins Gebiet, in dem die Fregattvögel brüten und ihre Jungen aufziehen.
Aus
nächster Nähe konnten wir die Fütterung eines Jungen beobachten –
ebenso wie das eifersüchtige Männchen, das dem Weibchen kräftig in
den Kopf schnappte.
Kurz
darauf bestaunten wir die männlichen Fregattvögel, die mit ihrem
riesig aufgeblasenen, knallroten Kehlsack bei den Weibchen Eindruck
schinden und sie zur Paarung animieren möchten.
Vorbei an einigen noch nicht ganz flüggen Blaufusstölpeln
gelangten wir wieder zur Küste, wo Seelöwen ihre Kinderstube eingerichtet hatten.
Auch eine Reihe von Meer-Iguanas sonnte sich auf den schwarzen Lavafelsen und schien mit uns das tiefblaue Meer mit der rauschenden Brandung zu geniessen.
Ein
Seelöwe posierte zuerst schön für uns, um sich dann im Sand zu
wälzen und ganz nahe an uns vorbei seinen Siestaplatz aufzusuchen.
Auf der Rückfahrt machten wir Halt an einem herrlichen Sandstrand, wo wir weitere Iguanas und drei Flamingos bei ihrer Futtersuche beobachten konnten.
Einige Wasserschildkröten waren nach der Eiablage gerade auf ihrem Weg zurück ins herrlich grünblaue Meer,
Pelikane betrieben ihre Federpflege vor dieser wunderbaren Kulisse -
und auch die leuchtend roten Krebse fehlten nicht.
Die Sicht beim Schnorcheln war durch den aufgewirbelten Sand etwas getrübt, doch einige Fische konnten wir dennoch aufspüren.
Glücklich und zufrieden über diesen herrlichen Tag liessen wir uns mit Boot und Bus wieder nach Puerto Ayora führen.
Am letzten Tag auf Galapagos besuchten wir noch kurz die Charles Darwin Research Station, in der über die Fauna und Flora Galapagos' geforscht wird. Im Speziellen werden in dieser Institution die eingesammelten Eier der Riesenschildkröten unter geschützten Bedingungen ausgebrütet (die Brut-Temperatur bestimmt das Geschlecht: 28°C für Männchen, 29.5°C für Weibchen) und die ausgeschlüpften Jungen aufgezogen werden, bis sie mit einer Grösse von ca. 20 cm ohne Risiko in ihrer natürliche Umgebung ausgesetzt werden können.
Eine besondere Attraktion ist „Super-Diego“, eine Saddleback Schildkröte aus dem Zoo von San Diego, der dank seiner unermüdlichen sexuellen Aktivität schon für Hunderte von jungen Schildkröten gesorgt hat und damit die schon fast ausgestorbene Population auf der Insel Isabela retten konnte...
Es gäbe zwar noch viel mehr zu sehen, doch haben uns die 3 Tage auf Galapagos einen guten Einblick in die grossartigen Schönheiten dieser Inselwelt mit ihrer einmaligen Fauna und Flora gegeben.
Nach einem etwas zu frühen Transfer zum Flugplatz (3 Stunden Warten) kehrten wir über Quito und Bogotà wieder nach Cartagena zurück, wo uns die gute Nachricht erwartete, dass unser Camper auf dem Schiff unterwegs sei und am Abend des 10. Dez. hier eintreffen soll! Es scheint also, dass wir am 12.12.12 unseren Camper wieder haben und weiter nach Süden rollen können..!
Euch wünschen wir alles Gute, mit herzlichen Grüssen
eure Ernst & Vreni auf Panamericana
Hallo Vreni, hallo Ernst,
AntwortenLöschenich bin überwältigt von den Erlebnissen, die ihr immer wieder habt. Ein Highlight jagt das andere und ihr kommt vermutlich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Natürlich beeindrucken uns auch die tollen Bilder und Ernsts qualifizierte Kommentare zu euren Taten. Schön, dass ihr den Camper wieder habt und eure Reise fortsetzen könnt, nach all den Widrigkeiten der letzten Woche.
Wir haben die Skisaison nun definitiv eröffnet. Nach zwei Skitagen am Hintertuxer Gletscher mit viel Föhn waren wir letzte Woche im Stubaital bei 40 cm Neuschnee und Sonne und sind mit vier Supertagen gesegnet worden. Jetzt kann der Winter kommen, die Knie sind abgeschmiert.
Wir wünschen euch weiterhin viel Spaß und schöne Erlebnisse und hoffen, dass euch an Weihnachten nicht zu viel Heimweh überfällt. Ihr werdet sicherlich auch gut ins Neue Jahr rutschen und auch hier wünschen wir euch nur das Allerbeste, vor allem Gesundheit und eine glückliche Fortsetzung eurer Reise.
Liebe Grüße
Evi und Georg
hallo vreni und ernst
AntwortenLöscheneinfach nur fantastisch diese bilder und euer bericht über mittelamerika. galappagos muss ja unglaublich speziell sein.die bilder sprechen für sich. so hoffe ich dass nun der camper da ist und die reise weiter gehen kann.
von herzen wünsche ich euch frohe weihnachten unter südlicher sonne und alles liebe und gute fürs kommende jahr, vor allem aber eine unfallfreie und erlebnisreiche weiterreise.
liebe grüsse aus sursee
walter