13. Bericht:
Von Panama nach Cartagena – das lange Warten!
21.11. - 4.12.2012 / wenige km
Liebe
Freunde
Seit
unserem letzten Bericht ist Einiges gelaufen, nur leider nicht so,
wie wir uns das vorgestellt haben! Inzwischen sind wir zwar in
Cartagena, in Südamerika, doch leider ohne unsere PanamBox, und das
noch für mindestens eine Woche...Doch nun der Reihe nach: Wir hatten uns ja entschlossen, einen 4-tägigen Ausflug nach Bocas del Toro zu unternehmen. Da der Flug erst am Nachmittag wegging, nutzten wir die Zeit für einen Besuch des Botanischen Gartens & Zoos von Summit. In einem grosszügig angelegten Garten waren eine Reihe von einheimischen Tieren zu sehen.
Besonders imponierten uns die grossen Adler, der „King Eagle“ mit seinem helmartigen Kopf und der sehr seltene und bedrohte „Harpye Eagle“. Letzterer war allerdings nur ausgestopft zu sehen, nachdem das einzige Exemplar des Zoos vor einigen Monaten eingegangen war.
Auch schöne Blumen und Pflanzen gab's wieder in Fülle, zum Teil noch nicht gesehene – Vreni war wieder im Element!
Am Mittag stellten wir unseren Camper beim Yachtclub Balboa an der Avenida Amador ab, da uns dieser Platz als sicher beschrieben worden war. Eine kleine Fokker brachte uns über eine graue Wolkendecke nach Bocas del Toro.
Bei der Ankunft war es weiter grau, und leichter Regen setzte ein. Bei einem abendlichen Rundgang buchten wir trotzdem voll Optimismus für den folgenden Tag eine Bootstour mit Fahrt durch die vielen Inseln, Stopps zum Schnorcheln, zum Baden an herrlichen Stränden.. Als sich der Freitagmorgen immer noch verhangen zeigte, verschoben wir die Tour auf den Samstag, schauten uns in Ruhe die Insel an und nutzten die Zeit zum Abschluss des Blogberichtes.
Der Samstag war nicht wirklich besser als der Freitag, doch mit den schlechten Prognosen für Sonntag entschieden wir uns, die Bootstour doch zu machen. In einem ziemlich vollbesetzten Boot ging's in flotter Fahrt über das unruhige Meer – die Schläge beim Aufprall auf die Wellen waren nicht gerade das richtige für meine lädierten Ileosakralgelenke! Zwischen kleinen Mangroveninseln steuerten wir die Delphinbucht an – Delphine waren leider nicht zu sichten, dafür ein Faultier in den Bäumen.
Bei einem schwimmenden Restaurant legten wir an, und die Schnorchelinteressierten – zu denen ich natürlich auch gehörte - konnten sich in dem untiefen Wasser tummeln. Trotz des bedeckten Himmels faszinierten die Korallen in verschiedenen Formen und Farben, die schillernden Fische und die grünen, roten, blauen und violetten Seeanemonen (leider keine Bilder!).
Beim anschliessenden Mittagessen begann es dann kräfiger zu regnen und mit einhelligem Entscheid der Passagiere wurde auf den Besuch der „Red Frog Beach“ verzichtet. Bei starkem Wind und Regen „bretterte“ der Bootsführer zurück nach Bocas del Toro – zum Glück erfreuten uns unterwegs einige Delphine, die ganz nahe neben dem Boot mitschwammen.
Der Sonntag begann noch verhangener und nasser als die vorhergehenden Tage. Da wir nicht den ganzen Tag im ziemlich feuchten Hotelzimmer verbringen wollten, bestiegen wir den Bus, der uns zu den Bocas del Drago an der Nordspitze der Insel brachte. Bei immer stärker werdendem Regen wanderten wir mit einem spanischen Paar dem Strand entlang zur „Playa Estrellas“, die bekannt ist für ihre schönen Seesterne.
Von diesen sahen wir wegen der starken Wellen gar nichts, doch genossen wir unter einer Zeltplache, aus der sich jede Minute ein grosser Schwall Wasser ergoss, einen frisch gebratenen Fisch.
Nach einem Bad bei strömendem Regen im warmen Meer brachte uns ein Boot zurück nach Bocas del Drago und, frisch im Regenwasser geduscht,
ging's wieder nach Bocas del Toro. Dort erfuhren wir, dass es in Teilen Panamas, im Besonderen in Colon, zu grossen Überschwemmungen mit Erdrutschen gekommen war.
Am nächsten Morgen regnete es nicht mehr und der Himmel war tatsächlich etwas heller. So machten wir uns kurzentschlossen auf zu einer kurzen Tour zur verpassten „Red Frog Beach“.
Ein Faultier in den Mangroven begrüsste uns und zu Fuss durchquerten wir die Isla Bastimentos bis zum schönen Strand, mit kleinem „Blowhole“.
Der Regenwald mit seinen mächtigen Bäumen, farbigen Blumen und Schmetterlingen gefiel uns sehr, doch leider sichteten wir keine roten Fröschlein – bis uns ein Bub kurz vor dem Landesteg einen solchen präsentierte, den wir gegen einen Obolus fotografieren durften.
Das Einchecken am Flughafen dauerte trotz kurzer Schlange sehr lange. Als wir an der Reihe waren, wurde uns mitgeteilt, dass wir mit langer Verspätung rechnen müssten, da der am Morgen geplante Flug ausgefallen sei und der nächste Flieger zuerst die Passagiere dieses Flugs befördern müsse. Nur weil wir mit Nachdruck verlangten, noch am gleichen Abend in Panama zu sein, erhielten wir noch die praktisch letzten freien Plätze.
Nach einer Nacht im sehr warmen Camper holte uns Amy, die Tochter unserer Verschiffungs-Agentin Tea Kalmbach, ab und wir fuhren gemeinsam nach Colon, um unsere PanamBox im Hafen abzugeben. Kurz vor Colon teilte uns Amy mit, dass der Zoll wegen den Überschwemmungen nicht arbeite und dass wir unseren Wagen erst am folgenden Tag abgeben könnten...
Da wir nicht ganz unverrichteter Dinge nach Panama zurückfahren wollten, unternahmen wir einen Abstecher zur Schleuse von Gatun im Panamakanal, in der die Schiffe in zwei Stufen um 18 m angehoben oder abgesenkt werden. Wir konnten diese imposante Aktion an zwei grossen Schiffen genau beobachten, einem Gastransporter
und einem riesigen Autotransporter, der in seinem Bauch ca. 2500 Autos vom Fernen Osten nach USA oder Europa transportiert.
Am folgenden Tag klappte es dann mit der Abgabe des Autos. Zusammen mit zwei Paaren aus Frankreich und aus USA erhielten wir nach etwas Warten die nötigen Zollpapiere und konnten nach weiteren ca. 2 Stunden Wartens unsere PanamBox im Terminal von Seaboard Marine abstellen, wo sie zwei Tage später auf einen „Flatrack“ Container verladen werden sollte.
Den nächsten Tag nutzten wir für einen Ausflug – mit Fahrt im öffentlichen Bus - vom neuen Teil der Stadt mit der eleganten Avenida Balboa
nach Panama Viejo, der von den Spaniern gegründeten ersten Stadt, die aber schon 1671 vom Freibeuter Henry Morgan zerstört und nicht mehr aufgebaut wurde.
Am 30. Nov. konnten wir froh und erleichtert Panama City hinter uns lassen, eine lärmige, in Teilen dreckige Stadt, die uns nicht nur wegen des feucht-warmen Klimas gar nicht gefiel. Mit der COPA gelangten wir in knapp einstündigem Flug von Panama nach Cartagena, von Zentral- nach Südamerika.
Im in der Altstadt gelegenen Hotel Casa Abril II bezogen wir ein Zimmer in der Dach-Etage und wir fühlten uns sofort wohl in dem gemütlichen Hotel mit freundlichem Personal und kleinem Innenhof. Auf einem kleinen Bummel erkundeten wir die wunderbare Altstadt Cartagenas, mit ihren farbigen Häusern, eleganten Kolonialvillen, grossen Kirchen & Klöstern und ihren lebendigen, oft mit moderner Kunst dekorierten Plätzen.
Auch die fröhlichen, farbenfrohen Menschen in den Gassen faszinierten uns.
Im Museo del Oro Zenu begeisterten uns die wundervollen Goldarbeiten aus vorkolumbianischer Zeit.
Als wir dann im Hotel das Mail öffneten, traf uns fast der Schlag!! Tea Kalmbach informierte uns, dass „unser“ für den 30. Nov. geplante Schiff den Hafen von Colon gar nicht anlaufe - und dass das nächste Schiff erst am 7. Dez. geplant sei..! Nach der ersten Enttäuschung und Wut versuchten wir, eine andere Schiffahrtsgesellschaft zu finden, doch das erwies sich als aussichtslos, denn die Ausfuhrpapiere sind auf die Reederei ausgestellt und ein Wechsel ist praktisch unmöglich. Mit einem Gefühl der Ausgeliefertheit blieb uns nichts Anderes übrig als die Tatsachen zu akzeptieren – und zu hoffen, dass das Schiff am 7. Dez. mit unserem Camper an Bord auch wirklich nach Cartagena fahren wird...
Nachdem wir die Altstadt schon recht gut kannten, mieteten wir uns Velos und radelten der Küste entlang um die Inseln vor der Bucht von Cartagena. Unterwegs konnten wir Fischer beobachten, wie sie ein Netz von Hand einzogen und eine grosse Anzahl eleganter, silbern glänzender Fische (die wir nicht kennen) herausholen konnten. Die auf Beute wartenden Pelikane hatten das Nachsehen!
Zum Abschluss fuhren wir an der „Fuerte San Lorenzo“ vorbei zum Hafen, wo wir etwa am 11. Dez. hoffentlich unsere PanamBox in Empfang nehmen können...
Abends genossen wir von der Stadtmauer aus einen weiteren herrlichen Sonnenuntergang.
Da uns 10 Tage in Cartagena trotz aller Sehenswürdigkeiten zu lang erschien, entschieden wir uns sehr kurzfristig für einen Ausflug nach Galapagos. Wir hatten das schon vorher als Abstecher von Quito aus geplant. Wegen der grossen Verspätung bei der Verschiffung wäre das aber zeitlich nicht mehr möglich. Also machten wir uns auf und flogen über Medellin und Quito auf die 1000 km vor der Küste liegenden Inseln. Der zeitliche und finanzielle Aufwand ist zwar recht hoch, aber es hat sich gelohnt! Doch davon mehr in unserem nächsten Bericht – die vielen Bilder würden den Umfang dieses Blogs deutlich sprengen..
Euch wünschen wir eine schöne Vorweihnachtszeit und schicken herzliche Grüsse aus dem sommerlich warmen Kolumbien in die winterliche Schweiz
eure Ernst & Vreni auf Panamericana
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