Freitag, 23. November 2012


12. Bericht: Von den Mayas durch die Regenwälder Honduras' zu den Seen und Vulkanen Nicaraguas an die Pazifik- & Karibikküsten Costa Ricas bis nach Panama.
30.10. - 20.11.2012 / 3300 km

Liebe Freunde
Seit längerer Zeit haben wir nichts mehr von uns hören lassen. Die letzten 3 Wochen waren intensiv und erlebnisreich, und sie haben uns durch 4 Länder geführt. Nun sind wir in Panama City und haben etwas Zeit, da das Schiff nach Kolumbien statt wie geplant am 22. Nov. erst am 30. Nov. fährt.
In unserem letzten Bericht habe ich euch Bilder von der grossartigen Maya-Stadt Copan versprochen. Unter kundiger Führung durchstreiften wir begeistert die Ruinen, welche mit ihren einmaligen Stelen, Plastiken und Tempeln die hochstehendsten Kunstwerke aller Maya-Städte enthalten und daher auch als Paris der Mayastädte bezeichnet wird.









Noch bevor wir die Ruinen erreichten, begrüssten uns eine Reihe farbenfroher Aras mit ihrem Geschrei. Einer traf mit seinem Dropping im Flug zielsicher Vreni's Kamera.


Das an sich scheue Agouti und das Squirrel haben sich schon gut an die Touristen gewöhnt.


Im sehr schön angelegten Museum konnten wir die Nachbildung eines in den Originalfarben bemalten Tempels bewundern, ebenso wie eine Reihe von einmaligen Plastiken und Hieroglyphen, welche über die Heldentaten der Herrscher Copans – mit klingenden Namen wie „Papagei-Jaguar“ und „13 Kaninchen“ - berichten.






Auf recht guten Strassen mit wenig Verkehr – Honduras ist das ärmste Land Zentral-amerikas – und vor allem fast ohne Topes rollten wir weiter, vorbei am imposanten Wasserfall von Palhanzak

zum Lago Yojoa und fanden dort einen schönen Stellplatz bei der Finca Las Glorias, direkt am See und zwischen Orangenbäumen.



Nach einer ruhigen Nacht und einem Rundgang am See bei herrlicher Morgensonne holperten wir über eine steile Piste hinauf zum Parque Nacional Azul Meambar, wo wir von einer Reihe um die Futterstellen schwirrender Kolibris und einer sehr freundlichen Frau empfangen wurden.


Auf einer herrlichen Wanderung genossen wir trotz einer Reihe von Schweissausbrüchen den Nebel-Regenwald des noch weitgehend unerschlossenen Nationalparks.









Abends unterhielten wir uns angeregt mit dem Argentinier Damian, dem Freund der Empfangsdame, der mit seinem Töff von Ushuaia nach Alaska unterwegs ist.

Am folgenden Morgen ging's zurück zum Lago Yojoa und über sehr gute Strassen nach Tegucigalpa. Wir meiden ja in der Regel die grossen Städte – sehr zu Recht, wie sich in der chaotischen Hauptstadt Honduras zeigte! - doch wollten wir unseren Blogbericht fertigstellen. Mit viel Glück fanden wir trotz fehlender Strassenbezeichnungen den Weg ins Zentrum und einen bewachten Parkplatz, erledigten in einem Internetcafé die Arbeit und zogen so rasch wie möglich weiter ins Valle de Angeles, wo wir bei der Tschechin Mila einen schönen Übernachtungsplatz in einem Freizeitpark – mit Gänsen, Wildschweinen, Rehen, Papageien und sogar einem Tapir – fanden.


Wie meistens begann auch der nächste Tag sonnig, doch auf der Fahrt zum Parque Nacional La Tigra hüllte uns bald Nebel ein, der sich jedoch bald wieder auflöste. Von San Juancito nahmen wir den steilen, blumenreichen, aber schweisstreibenden Aufstieg zum Besucherzentrum des Nationalparks unter die Füsse.






Dort angekommen wurden wir vom freundlichen Julio empfangen, der uns stolz seine blitzsaubere Hütte zeigte und sich, während ich noch etwas weiter hinauf marschierte, sehr angeregt mit Vreni über Gott & Welt, Familie und Honduras unterhielt.

Am Nachmittag rollten wir weiter nach Danli und fanden bei der Villa Alejandra einen prima Stellplatz (mit Strom). Der Hausherr, Don Mario, ein pensionierter Banker und Geschäftsmann, entpuppte sich als sehr interessanter Gesprächspartner, der uns viel über Kaffee, die Politik in Honduras und die Probleme seines Landes erzählte.

Kurz nach Danli erreichten wir nach nur 6 Tagen in Honduras schon die Grenze zu Nicaragua. Nach gut 2 Stunden und um 60 USD leichter waren wir ohne nennenswerte Probleme im nächsten Land Mittelamerikas.

Auf auch hier guten Strassen zogen wir ostwärts nach Matagalpa, einem Zentrum des Kaffee-Anbaus, und hinauf zur Finca Selva Negra (unter dem Schild ein Panzer, der im Bürgerkrieg von den Sandinisten zerstört wurde),


einer grossen Kaffee-Plantage mit Hotelbetrieb, die in den 1970-er Jahren von Deutschen aus dem Schwarzwald aufgebaut wurde. Da wir unsere PanamBox nur in der Finca abstellen durften, wenn wir auch ein Zimmer nahmen, entschieden wir uns für das günstige Massenlager, zogen aber die Übernachtung im Camper dem muffigen Zimmer klar vor.
Nach einer Nacht mit starkem Wind und Regen wanderten wir durch die Kaffeeplantage und den schönen Regenwald der Finca.
 


Sogar eine Hochzeitskapelle findet sich auf dem weitläufigen Areal.

Vorbei an vielen Kaffeesammelstellen, auf denen die rohen Bohnen zum Trocknen ausgebreitet werden, gings nach Granada.

Diese Stadt am Lago Nicaragua wurde 1524 von den spanischen Konquistadoren gegründet und ist die älteste kontinuierlich bewohnte Stadt Lateinamerikas. Nach einem hervorragenden Steak im Rest. El Zaguan erkundeten wir die farbenfrohe Stadt auf einer kleinen Kutschenfahrt.





Die Sonne stand schon recht tief, als wir uns auf den Weg zur Laguna di Apoyo machten, einem Kratersee nahe bei Granada. Nach wiederholtem Fragen und Wenden in Sackgassen fanden wir schliesslich den – vermeintlich! - richtigen Weg. Doch da war es auch schon dunkel und wir erlebten deutlich, weshalb vom Fahren in der Nacht abgeraten wird! Velofahrer und Fussgänger bewegen sich ohne Licht auf beiden Seiten der unbeleuchteten Strassen, Hunde sind auf der Fahrbahn und ab und zu steht auch ein - natürlich ebenfalls unbeleuchtetes - Auto am Rand der schmalen Strasse! Als wir nach einer knappen Stunde Fahrt um die Südseite des nicht sichtbaren Sees meinten, in Catarina am richtigen Ort zu sein, erfuhren wir, dass dort keine Strasse zum See hinunter führt. Nach einem ersten erfolglosen Versuch fanden wir schliesslich die Abzweigung zum See doch noch und kamen nach gut 2 Stunden Irrfahrt zum Hostel „Monkey Hut“ am See.
Recht müde schlugen wir uns in die Federn und stellten erst am folgenden Morgen fest, dass sich die lange Suche doch gelohnt hatte – wir waren in einem kleinen Paradies. Ein wunderbarer See mit klarem Wasser und steilen, dicht bewaldeten Hängen lag vor uns, und wir nahmen die Einladung zum Bade sehr gerne an. Anschliessend paddelte ich mutterseelenallein eine Stunde mit dem Kajak in den Wellen herum.



Nach dieser Erfrischung zogen wir los und genossen vom Mirador in Catarina aus den weiten Blick über die Laguna di Apoyo und den dahinter liegenden Lago Nicaragua.

Dem riesigen Lago Nicaragua entlang – mit 8260 km2 zweitgrösster See Lateinamerikas, von den Spaniern als „Mar dulce“ bezeichnet – gelangten wir nach San Jorge, wo wir unseren Camper parkierten und mit dem Schiff auf die Isla Ometepe, die grösste Süsswasserinsel der Erde, übersetzten.



Auf der Insel erheben sich majestätisch die Zwillingsvulkane Concepcion (1610 m) und Maderas (1394 m) – den letzteren hatte ich mir als Ziel vorgenommen.

Nach einer ruhigen Nacht im Hotel Encanto zog ich morgens um 6 Uhr mit meinem Führer Ernesto los. Zuerst ging's auf trockenem Weg durch Felder mit Bananen, Reis, Melonen und Bohnen, dann in den dichten Regenwald, wo uns Brüllaffen begrüssten. Der Weg wurde steil und feuchter und bald waren wir im Nebel eingehüllt.

 



Nach gut 3 Stunden extrem schweisstreibendem Aufstieg mit 1250 m Höhenunterschied erreichten wir den höchsten Punkt, dann folgte ein Abstieg von knapp 100 m über einen steilen, matschigen Pfad zum Kratersee, der leider ganz im Nebel lag.

Der Abstieg dauerte dann fast gleich lang wie der Aufstieg, da auf dem glitschigen, schlammigen Weg jeder Schritt mit Vorsicht zu setzen war. Mit vor Dreck stehenden Hosen und Schuhen, aber zufrieden erreichte ich das Hotel – die Dusche war selten so willkommen!

Vreni war inzwischen mit eigenem Führer beim Mirador gewesen, auch sie im Schweisse nicht nur ihres Angesichts.



Noch am gleichen Tag brachte uns das Schiff wieder nach San Jorge und der Camper nach San Juan del Sur am Pazifik, gerade noch rechtzeitig zu einem wundervollen Sonnenuntergang.

Wir bezogen für 2 Nächte Quartier im eleganten Hotel Victoriano, parkierten unsere PanamBox in einer Einstellhalle mit Stromanschluss und genossen die Annehmlichkeiten eines klimatisierten, schönen Zimmers.



Nach einem geruhsamen Tag mit Baden, Waschen und Erholung von den Strapazen des Vortags zogen wir schon wieder weiter. Vorbei an grossen Windfarmen am Lago Nicaragua


kamen wir an die Grenze zu Costa Rica, wo uns grosse Hektik erwartete. Wir liessen uns von einem Schlepper überreden, seine Dienste in Anspruch zu nehmen, was uns recht teuer zu stehen kam. Neben einem Schmiergeld von 40 USD – um die lange Schlange bei der Einreise zu umgehen – wurden noch weitere 60 USD für die eigentlich unnötigen Schlepperdienste fällig! Dafür waren wir nach weniger als 2 Stunden mit allen nötigen Papieren in Costa Rica. Damit hatten wir die „gefährlichen“ Länder Guatemala, Honduras und Nicaragua ohne die geringsten Probleme und ohne uns einen Moment unsicher zu fühlen, durchreist.

Von der Grenze waren es nur wenige Kilometer bis zu den Cabanas Castilla der Schweizer Agi & Guido Sutter, die seit 15 Jahren auf ihrer Finca leben. Auf Schwizerdütsch wurden wir von Agi freundlich begrüsst und fühlten uns sofort wohl. Auf einem Rundgang bekamen wir einen Einblick in die grosse Finca mit ihren Teakholzplantagen, Rinderweiden, Orangenhaine und Regenwaldbereichen.

Nach einem ausgezeichneten Nachtmahl plauderten wir – in Gesellschaft von „Jürg“, der Hauskröte -

bis Mitternacht sehr angeregt mit Guido und seinem Schweizer Kollegen Ramon über das Leben in Costa Rica.

Nach einem wunderbaren Zmorge mit frischem, hausgebackenen Brot – bei dem wir uns bestens mit einem kanadischen Ehepaar und dem Costa Rica-Kenner Achim unterhielten - verabschiedeten wir uns von dem gastfreundlichen Paar. Die Cabanas Castilla können wir jedem Costa Rica Reisenden allerbestens empfehlen!

Im Reiseführer hatten wir von den grossen „Leatherback“-Schildkröten gelesen, die um diese Zeit an der Playa Grande ankommen sollen. Also machten wir uns auf den Weg dorthin statt zur von Agi & Guido empfohlenen Playa Ostional – ein grosser Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Die Playa Grande bietet zwar einen wunderschönen Strand an der Pazifikküste, doch Schildkröten kommen in den letzten Jahren nur noch spärlich – pro Jahr 30 – 40 im Vergleich zu gegen 1000 vor 20 Jahren.






Abends hörten wir einen interessanten Vortrag über die „Leatherback“-Schildkröten, doch in der Nacht warteten wir vergebens auf ein Telefon, das uns zu einer Ankunft eines dieser Tiere hätte rufen sollen.
So zogen wir nach einer warmen Nacht auf dem komfortablen Campingplatz „Bohemia“


sozusagen unverrichteter Dinge - aber mit 2 feinen Papayas als Geschenk von Alma - wieder ab in Richtung Berge. Nach einer holprigen Fahrt über eine für die letzten 20 km unglaublich schlechten Piste erreichten wir Santa Elena di Monteverde, wo wir bei Kathi und Walter Faisthuber beim Hotel Miramontes einen tollen Unterschlupf fanden. Die Schweizerin und der Oesterreicher waren nach einer Karriere als Musiker (Duo Faistys) vor etwa 15 Jahren nach Costa Rica gekommen. Walter hat sich intensiv mit Orchideen befasst und wir liessen uns sehr gerne seinen wunderbaren Garten zeigen. Abends zeigte uns Walter seinen sehr guten, selbst gedrehten Video über die Flora und Fauna Costa Ricas.











Am folgenden Morgen ging's um 6 Uhr bei klarem Himmel, aber starkem Wind los auf Vogelbeobachtungstour. Unser Führer Eduardo wusste zwar sehr viel über Vögel, konnte uns aber leider nur eine kleine Auswahl der offenbar gegen 200 in Monteverde vorkommenden Arten zeigen. Der Rundgang durch den Regenwald gefiel uns trotzdem und der Tucanett zum Abschluss war ein kleiner Höhepunkt (Bild durch's Fernrohr leider nicht so gut).



Am Nachmittag streiften wir auf dem Selvatura „SkyWalk“ durch den Nebel-Regenwald.Als Spezialität bekommt man von Hängebrücken aus einen Einblick auf die Kronen der Urwaldbäume, die man sonst nur von unten betrachten kann – eine schöne Wanderung, doch mit 30 USD pro Person recht teuer.





Nach einem feinen Nachtessen verbrachten wir den Abend bei einem gemütlichen Jass mit Kathi und Walter, den wir sehr genossen.

Auch dieses Schweizer Hotel können wir allen Costa Rica Reisenden bestens empfehlen.

Da uns ein Berner beim SkyWalk einen eindrücklichen kleinen Film über die grosse „Arrivada“ der „Olive Back“ Schildkröten an der Playa Ostional gezeigt hatte, beschlossen wir, doch noch an diesen Strand zu fahren, um mindestens diese kleineren Schildkröten beim Eierlegen im Sand zu beobachten. Nach langer Fahrt kamen wir in der Abenddämmerung an, genossen den Sonnenuntergang und bezogen unser Nachtquartier direkt am Strand.



Ein sehr informativer Videofilm zeigte uns eine grosse Ankunft mit Zehntausenden von Schildkröten, wie sie 5 Tage zuvor erlebt werden konnte. (Wenn wir direkt von Agi & Guido hingefahren wären, hätten wir auch dabei sein können..). Da die grossen „Arrivadas“ einmal pro Monat stattfinden und jede Schildkröte 80 – 100 Eier legt, nehmen die Einheimischen einen kleinen Teil der Eier (<1%) und verkaufen diese als Delikatesse. Dafür säubern sie regelmässig den Strand und sorgen dafür, dass die frisch geschlüpften Schildkröten gut ins Meer gelangen.
Nach dem Film ging's im Dunkeln an den Strand, wo wir gerade noch 2 Schildkröten beobachten konnten, eine über 60 Jahre alte, die es nicht bis zum trockenen Sand für die Eiablage schaffte, und eine auf dem Weg zurück ins Meer... - aber alleweil das!

Am nächsten Morgen konnten wir dann Geier, einen der grössten Feinde der Schildkröten beobachten, wie sie sich an den Eiern gütlich taten. Auch an einer toten Schildkröte hatte die hungrige Schar ein gefundenes Fressen.


Auf langer Fahrt rollten wir nach Drurchquerung zweier Furten

über, wie in Costa Rica üblich, sehr holprige Strassen vom Meer weg ins Landesinnere und bezogen bei Regen vor dem Tor des Parque Nacional Volcan Poas auf 2400 m ü.M. Quartier. Nach einer kühlen Nacht war der folgende Morgen herrlich sonnig und wir konnten den Krater des eindrücklichen, immer noch schweflig dämpfenden Vulkans bestaunen.



Vorbei am kleinen Kratersee Lago Botos

wanderten wir durch den hier deutlich niedrigeren Regenwald zurück und rollten, nach Kauf von Erdbeeren, die hier das ganze Jahr in einer Höhe von 1800 bis 2000 m angebaut werden, Richtung San José. Wir hofften, möglichst rasch und ungeschoren durch die Grossstadt zu fahren, doch damit wurde leider nichts. Nachdem bei der Einfahrt noch Schilder den Weg zeigten, war kurze Zeit später keine Spur mehr davon zu sehen! Nach mehreren Umleitungen, Strassensperren und Kehrmanövern trafen wir an einer Tankstelle einen netten, äusserst hilfsbereiten Mann, der uns vorfuhr und sicher auf die Ausfallstrasse Richtung Cartago führte. Ohne ihn hätten wir wohl Stunden gebraucht, um aus dem Strassenchaos herauszufinden!

So ging's dann recht zügig weiter Richtung Süden und nach erfolgreichem Auffüllen unserer Propangasflasche stiegen wir wieder hinauf in die Berge zum Mirador de Quetzales auf 2740 m.ü.M.


Nach den letzten Sonnenstrahlen sank die Temperatur rasch ab und morgens um 6 Uhr, als wir zu unserer Vogelbeobachtungstour starteten, zeigte das Thermometer gerade noch 6°C. Mit Heiner wanderten wir auf feuchten Wegen durch den kühlen Wald, und nach einer knappen Stunde konnte er uns einen jungen Quetzal zeigen, den wir durch's Fernrohr ausgiebig beobachteten.


Der Quetzal ist ein äusserst seltener, scheuer Paradiesvogel, der in keinem Zoo zu finden ist und den schon die Mayas als Göttervogel verehrten. Die Herrscher schmückten sich mit seinen prächtigen Federn.
Bei der Lodge schwirrten eine ganze Schar farbenprächtiger Kolibris um die dort eingerichtete Futterstelle.


Nach diesem herrlichen Morgenauftakt zogen wir weiter, zuerst wieder hinunter nach Cartago und dann nach Osten, durch grosse Kaffee- und Zuckerrohrfelder in sehr hügeligem Gelände bis nach Puerto Limon, dem wichtigsten Atlantikhafen Costa Ricas. Auf der teils wieder stark gewellten und durchlöcherten Strasse waren sehr viele Lastwagen unterwegs, einer hatte Panne und zeigte dies landesüblich mit einigen Bananenblättern auf der Strasse an.

Nach einem vergeblichen Versuch, ins Internet zu gelangen, verliessen wir die wenig attraktive Stadt mit ihrem Verkehrschaos rasch wieder und fanden in Cahuita direkt am Karibikstrand in den Cabanas Iguana bei Martin Sigrist, einem weiteren ausgewanderten Schweizer, ein ruhiges, sehr komfortables Nachtquartier mit Schweizer Standard.

Nachdem wir dann (am 18. Nov.) endlich wieder einmal ins Internet kamen, fanden wir ein Mail von Tea Kalmbach, unserer Agentin für den Schiffstransport des Campers, vor, in dem sie uns sagte, dass das für den 24. Nov. geplante Schiff nun schon am 22. Nov. fahre! Also liessen wir unsere Pläne für Ausflüge zum Tortuguero Nat.Park und nach Bocas del Toro sofort fallen und machten uns auf schnellstem Weg nach Panama City auf, denn es benötigt mindestens 2 Tage für die Vorbereitung der Verschiffung.



Nach nur einer Nacht an der Karibik verabschiedeten wir uns von Martin, unter den Augen einer Horde von Brüllaffen, die sich über uns auf den Ästen eines riesigen Baumes ausruhten.

Nach einer Fahrt durch fast endlose Bananenfelder und nach einem Besuch in einer Verpackungsanlage für Chiquita Bananen (Kapazität 42 to/Tag)


 
 
standen wir schon bald an der Grenze zu Panama. Den Grenzfluss Rio Sixaola überquerten wir auf einer nicht sehr tragfähigen Brücke, auf der nur ein Wagen auf's Mal fahren darf. Die alte Brücke der United Fruit Company wird nur noch von Fussgängern benutzt.



Ohne Hektik und aufdringliche Schlepper erledigten wir die Grenzformalitäten recht zügig und mit einem im Vergleich zu den letzten beiden Grenzen minimalen finanziellen Aufwand. Die auf dem Formular für die temporäre Einfuhr des Wagens benötigte 3-fache Eintragung der Chassis-Nr. wollte der Beamte aber auch nach mehrmaligem Drängen nicht vornehmen – das kostete uns in Panama City dann einen halben Tag mit mehreren Taxifahrten!

Unterwegs gab's in Changuinola einen kleinen Zwischenhalt wegen eines Umzugs

dann ging's vom Atlantik zum Pazifik wieder hinauf über eine Wasserscheide auf 1250 m und kurz dahinter übernachteten wir auf dem Parkplatz der 300 ha grossen Finca La Suiza, deren Besitzer vor einem Jahr gestorben ist. So konnten wir in der Dämmerung nur noch das leerstehende, zum Verkauf stehende Haus mit herrlicher Aussicht auf Berge und Meer besichtigen.

Nach problemloser Fahrt der Pazifikküste entlang und einer Übernachtung auf dem XS-Trailerpark in Santa Clara, einem Campingplatz wieder einmal mit „Full Hookup“, zogen wir auf der Panamericana weiter und rollten nach knapp 2 Stunden schon über die „Puente de las Americas“ in Panama City ein.


Auf dem Parkplatz an der Ave. Amador vor dem Balboa Yachtclub trafen wir mehrere Wohnmobilfahrer, die ebenfalls auf die Verschiffung nach Kolumbien warteten, und schon bald entspannen sich angeregte Diskussionen über die Möglichkeiten und Probleme dieser logistischen Herausforderung.

Beim Nachtessen kam dann die schlechte Nachricht von Tea Kalmbach: Das Schiff vom 22. Nov. sei überbucht und das nächste fahre erst am 30. Nov.! Wir waren recht frustriert, da wir uns extra beeilt hatten und nun erst eine gute Woche später verschiffen können – doch es blieb uns nichts anderes übrig als es zu akzeptieren!

Den folgenden Tag verbrachten wir fast ausschliesslich mit administrativen Vorbereitungen für die Verschiffung (Inspektion durch Zollbehörden, Korrektur des temporären Importformulars, Export- & Verschiffungsdokument), das alles verbunden mit laangem Warten.

Abends zogen wir dann ins Hotel Centroamericano und feierten Vreni's Geburtstag noch bei einem feinen Nachtessen.

Da wir nun viel Zeit in Panama haben, beschlossen wir, für 4 Tage nach Bocas del Toro zu fliegen. Hier sind wir jetzt, leider bei bedecktem Himmel und immer wieder Regen – doch davon mehr im nächsten Bericht, hoffentlich dann aus Südamerika.

Euch wünschen wir alles Gute, eine schöne Adventszeit ohne Vorweihnachtsstress und senden herzliche Grüsse aus der Karibik

eure Ernst & Vreni auf Panamericana