Montag, 23. Juli 2012

5. Bericht: Von Fairbanks nach Seward, von Whittier durch den Prince William Sound nach Valdez und zurück zum Alaska Highway

11.7. - 22.7.2012 / 2500 km

Liebe Freunde
Nach 2 Tagen Retablierung in Fairbanks nahmen wir den Weg zum Denali Nationalpark bei herrlichem Sonnenschein unter die Räder, der Mt. McKinley wies uns schon aus 200 km Entfernung den Weg.
Kurzfristig konnten wir unsere Reservation für die Fahrt mit dem Shuttlebus auf den folgenden Tag umbuchen. Dieser zeigte sich dann leider nicht mehr von der wolkenlosen Seite. Am Morgen war „der Berg“ zwar noch zum grössten Teil sichtbar,


bis wir aber nach  der 140 km langen Fahrt am Wonder Lake ankamen, hatte sich der Himmel grau überzogen, -die Bären und Karibus sahen wir zwar aber trotzdem noch.



Auf der Rückfahrt verliessen wir den Bus für eine kleine Wanderung über den „Alpine Trail“, mit schönen Bergblumen.


Auf dem Rückweg erwischten wir leider den sehr hart gefederten Camperbus, sodass wir nach ca. 10-stündiger Fahrt recht gerädert im Riley Campground ankamen.

Der nächste Tag begann auch verhangen, doch nach einem währschaften Frühstück besserte er sich soweit, dass wir die Wanderung zum Mt. Healy Overlook ohne Regen geniessen konnte. Vreni verweilte sich beim Fotografieren der Blumen, während ich zum Gipfel hinaufstieg.
Die Weiterfahrt nach Süden führte uns zwar durch schöne Gegenden mit interessanten Wolkenformationen, doch der Mt. McKinley hatte sich ganz verhüllt.

Auf der Fahrt nach Anchorage legten wir – leider wieder bei trübem Wetter - noch eine Schlaufe über den Hatcher Pass ein und sahen uns die Independence Mine an, in den 1930-er Jahren eine der grössten Goldminen Alaskas, heute eine Geisterstadt.


Auch Anchorage zeigte sich von der regnerischen Seite, doch der lange Besuch im Visitor Center mit interessanten Ausstellungen und Filmen, sowie eine spannende Ranger-Führung durch die Stadt trösteten uns darüber hinweg.
Nach weiterem Regen in der Nacht klarte es bei der Fahrt auf die Kenai Halbinsel immer mehr auf, und am Abend konnten wir auf dem Campingplatz am herrlichen Skilak Lake sogar wieder einmal draussen essen.

Zuvor wanderten wir über 2 Stunden dem mächtigen Kenai River entlang, der offenbar sehr fischreich ist. Vreni hatte es versäumt, sich mit Anti-Brumm einzureiben, sodass sie arg von den Mücken geplagt wurde.




Auf der Fahrt nach Seward am nächsten Tag verschwanden die wenigen Wolken noch ganz, sodass wir nicht lange überlegen mussten, bevor wir die 6-stündige Schiffstour durch den Kenai Fjord Nat.Park buchten.


Es wurde ein echter Supertag, mit einer begeisternden Fahrt durch die grossartigen Fjorde,






mit Bewunderung einer Vielzahl von Meerestieren (der junge Orca zeigte sogar einen tollen Sprung!) und -Vögeln, und zum imposanten Holgate-Gezeitengletscher. Sogar ein Buckelwal zeigte noch kurz seine Schwanzflosse.



Auch der nächste Tag zeigte sich von der prächtigsten Seite. Nach einem kurzen Strandspaziergang fuhren wir über die Kenai-Halbinsel zurück nach Whittier.

Dort verluden wir unsere PanamBox auf die Fähre, die uns in wunderbarer Fahrt durch den grossartigen Prince William Sound nach Valdez brachte. Wir konnten unsere Blicke kaum trennen von den unzähligen Gletschern und schneebedeckten Bergen, den vielen, teils bizarr geformten Eisbergen, die vom riesigen Columbia Glacier ins Meer freigelassen werden.







Zwei Delphine (Dall Purpoise) begleiteten über längere Strecken das Schiff.


Nach 6-stündiger ruhiger Fahrt liefen wir in den Hafen von Valdez ein, grosser Fischerhafen und Endpunkt der Trans-Alaskapipeline, wo das Rohöl auf Supertanker verladen wird (leider war keiner da).



Im Hafenrestaurant konnten wir uns von der Qualität des aus der heute wieder sauberen Bucht von Valdez gefischten Seafoods überzeugen.
Die Schönwetterperiode hielt auch am nächsten Tag an und die Fahrt über den Thompson Pass – der mit durchschnittlichen Niederschlagsmengen von über 6 m pro Jahr zur schneereichsten Region Alaskas zählt – begeisterte uns.




Vreni, die sich richtig auf Blumenbilder spezialisiert, hatte mit der herrlichen Alpenflora ein reiches Betätigungsfeld.




Nach 130 km auf dem Richardson Highway bogen wir ab auf den Edgerton Highway und genossen die herrlichen Ausblicke auf den Mt. Blackburn, einem Fünftausender im Wrangell-St.Elias Nat.Park.



Kurz nach Chitina zogen die Fischräder am Copper River unsere Aufmerksamkeit auf sich. Ein Besuch bei zwei Fischern, die gerade beim Zerlegen von Sockeye Salmons waren, führte zu einem interessanten Gespräch und zu gut 2 kg geschenktem Lachs, den wir seit 3 Tagen mit grossem Genuss in verschiedenen Variationen verspeisen.






Die McCarthy Road zur Kennecott Kupfermine – die wir bei unserer Alaskareise 1996 schon einmal besucht hatten – ist deutlich weniger abenteuerlich als damals, und heute auch von viel mehr Touristen befahren. Auch die tolle Seilbrücke nach McCarthy von damals ist einer Fussgängerbrücke gewichen.



Immer noch gleich imposant sind die beiden Gletscher, der völlig von Schutt bedeckte Kennicott Glacier und der saubere, weisse Root Glacier.


In holpriger Fahrt gelangten wir zur eindrücklichen Kupfermine, in der zwischen 1911 und 1938 Erz mit einem sehr hohen Kupfergehalt nach hocheffizienten Methoden abgebaut wurde. Die Erz-Mahlanlage, Wahrzeichen der Mine, wird zur Zeit einer grossen  Restaurierung unterzogen.

Während gut 4 Stunden wanderten wir dann mit grossartigen Ausblicken auf Gletscher und Berge bis unter die Erie Mine, in der hoch oben an einem steilen Hang Erz gefördert wurde.





Gegen Abend ging's auf der McCarthy Road wieder zurück bis zur Kuskulana Bridge, wo wir ein ruhiges Nachtlager genossen, gestärkt natürlich mit feinem Red Salmon.


Die Rückfahrt zum Richardson Highway und die Weiterfahrt nach Tok verlief ohne besondere Höhepunkte – dies dürfte einer der wenigen Tage auf den Reise ohne ein einziges Foto sein!
Heute rollten wir wieder über den Alaska Highway – nun in Richtung Süden – über die Grenze Alaska/Kanada bis zum Kluane Lake, wo wir einen einen sehr schönen Platz direkt am See bezogen haben. Kurz nach der Grenze konnten wir auch wieder eine Braunbärin mit Jungem beobachten, nachdem wir in Alaska recht wenige Bären gesehen hatten.


Morgen treffen wir Brida & Markus wieder, und gemeinsam geht's dann Richtung Süden, wo in einer Woche Goli & Monika zu uns stossen werden, um gemeinsam nach Vancouver zu reisen.
Euch wünschen wir schöne Sommertage, mit herzlichen Grüssen aus Whitehorse, eure
Ernst & Vreni

7 Kommentare:

  1. Wow, die Fotos sind wiedermal super, besonders der springende Wal und die Bären gefallen mir. Und erst die Landschaften. Mami, du wirst ja ein echter Blumen-Profi, toll! Und bei diesem Fisch läuft einem ja richtig das Wasser im Mund zusammen..
    Gruss und Kuss aus Luzern

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  2. hallo ernst und vreni,

    und wieder einmal habe ich heute euren tollen reisebericht verschlungen. einfach fantastisch die bilder von landschaften, flora und fauna....unglaublich schön..
    freut mich dass es euch so gut geht. weiterhin unfallfreie fahrt, viele tolle erlebnisse und herzliche grüsse aus der hochsommerlichen schweiz.

    walter

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  3. Hallo ihr zwei Reisevögel

    Einfach wieder wahnsinnig schön eure Fotos! Wir sind sprachlos und freuen uns unendlich mit euch! Der kleine Orca war sicher eines der Highlights. Ich kann mich noch gut an die Kennicott Copper Mine erinnern...zum Glück waren wir noch dort mit der klapprigen Seilwinde ;-)!
    Obwohl wir gerade feines Fleisch vom Grill hatten lief uns das Wasser ab dem feinen Salmon gerade nochmals im Mund zusammen.

    Wir freuen uns schon auf den nächsten Blog oder Skype-Anruf aus Kanada!

    Liebe Grüsse aus dem Backofen Europas :-)
    Sarah und Thomas

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  4. Hallo Ihr Zwei,

    vielen Dank für den tollen Reisebericht und die super Landschafts- und Blumen-Fotos!
    Bei mir kommen nun all die tollen Erinnerungen an Alaska 1996 wieder auf...

    Der Salmon schaut echt Hammer aus und bei einer Spitzenköchin wie dir Mami, schmeckt der wohl noch besser als er schon ausschaut.

    Liebe Grüße vom Zick-Zack-Wetter in München
    Urs und Regina

    PS: Danke für die Postkarten!
    PPS: Wohin soll ich unsere Postkarte aus Sardinien schicken? =)

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  5. Hi ihr Zwei,

    wieder ein besonders sehenswerter Reiseabschnitt mit vielen tollen Ausblicken und Erlebnissen. Wir haben die Route mal wieder auf Google Earth verfolgt und sind manchmal sprachlos, wie ihr die vielen Kilometer so wegstecken könnt. Gut dass ihr die Kamera habt, all die Eindrücke kann man gar nicht behalten. Wir freuen uns auf weitere Berichte und wünschen schönes Wetter und viele angenehme Kilometer - äh - jetzt sind es ja miles!

    Noch zwei Tage!!!!

    Viel liebe Grüße von

    Evi und Georg

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  6. Nachschlag:

    Die Postkarte aus Dawson enthielt einen Adressfehler, wie uns die Post mitteilte. Hier nochmal die korrekte Anschrift:

    Evelyn und Georg Westermaier
    Paul-Erbe-Str. 33
    D-85778 Haimhausen

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  7. Hi Vreni und Ernst

    Sehr eindrücklich, in euren Reiseberichten zu schnuppern. Wir sind zur Zeit im NW der USA unterwegs, aktuell in Seattle und morgen in Vancouver. Da wir "nur" die Sommerferien zur Verfügung haben, ist unsere Route ein bisschen kürzer. Aber wir sind ebenfalls auf der Panamericana unterwegs. Unser Fixpunkt ist San Francisco, von wo wir am 17. August wieder retour fliegen. Falls sich unsere Wege kreuzen, wäre ein kleines Vogeltreffen natürlich super.

    Viele Grüsse, weiterhin tolle Erlebnisse
    Gregor und Doris Vogel

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