Dienstag, 3. Juli 2012


3. Bericht: Durch die kanadischen Rockies über den Alaska, Campbell & Klondike Highway nach Dawson City:

Calgary – Banff/Jasper Nat.Parks – Grande Prairie – Dawson Creek – Fort Nelson – Watson Lake – Faro – Dawson City

   18.6. - 1.7.2012 / 3390 km


Liebe Freunde

Nach einem kurzen Besuch in Downtown der Boomstadt Calgary – wieder einmal bei Regen – ging's weiter nach Westen in die wohl berühmtesten kanadischen Nationalpärke von Banff und Jasper. Wir bezogen Quartier im Campground von Two Jack Lake, etwas ausserhalb Banff.
Nach einer erneut verregneten Nacht begann der Tag trüb, was uns aber nicht abhielt, die Schuhe zu schnüren, durch den Johnston Canyon mit seinen grossartigen Wasserfällen und weiter zu den Inkpots zu wandern, einer Reihe von Weihern, die in verschiedenen Blautönen leuchten. Die Bergflora zeigte sich von der schönsten Seite, wobei uns speziell die Orchidee „Fairy Slipper“ (Calypso bulbosa) begeisterte.













Nach der rund 4-stündigen Wanderung entspannten wir unsere Muskeln bei einem Bad in den 39°C warmen Banff Hotsprings und gönnten uns ein feines chinesisches Essen im Silver Dragon. Auch die nächste Nacht war nass, doch am folgenden Morgen klarte es zusehends auf und als wir beim Lake Moraine oberhalb Lake Louise ankamen, strahlten uns die frisch verschneiten Berge bei einem kurzen Spaziergang entlang des in intensivem Türkis leuchtenden Sees begeisternd an.



Auf den Wandergeschmack gekommen, fuhren wir gleich weiter zum Lake Louise (1730 m), dem gemäss Reiseführer meist besuchten Bergsee der Welt. Eine kleine Statue erinnert dort an die Schweizer Bergführer, die Ende 19. Jhdt. die Rockies erschlossen und viele Gipfel zum ersten Mal bestiegen haben. Trotz der wieder aufziehenden Wolken stiegen wir am Mirror Lake vorbei zum Lake Agnes (2118 m) auf, der allerdings noch zu ca. 90% von Schnee und Eis bedeckt war.
Auf den Wandergeschmack gekommen, fuhren wir gleich weiter zum Lake Louise (1730 m), dem gemäss Reiseführer meist besuchten Bergsee der Welt. Eine kleine Statue erinnert dort an die Schweizer Bergführer, die Ende 19. Jhdt. die Rockies erschlossen und viele Gipfel zum ersten Mal bestiegen haben. Trotz der wieder aufziehenden Wolken stiegen wir am Mirror Lake vorbei zum Lake Agnes (2118 m) auf, der allerdings noch zu ca. 90% von Schnee und Eis bedeckt war.
Bei kühlem Wetter, doch zum Sommeranfang herrlich klarem Himmel stand am nächsten Tag ein absoluter Höhepunkt auf dem Programm: Die Fahrt über den viel gerühmten Icefield Parkway von Lake Louise nach Jasper. Und an einem solchen Prachtstag erwies sich dieser über 200 km lange Weg als absolute Traumstrasse – nicht nur für Bergbegeisterte!





Herrliche in verschiedensten Blau-Grüntönen leuchtende Seen, in denen sich zahllose Berge spiegeln, majestätische Gipfel über endlosen Wäldern, tiefe Canyons und Wasserfälle, die in Schluchten tosen oder von weit oben über Felswände hinunterstürzen, herrliche Bergblumen, Bären, die friedliche Löwenzahn mampfen (kein Witz!), Bergziegen am Strassenrand – ein Höhepunkt reihte sich an den anderen.






Müde, doch sehr zufrieden bezogen wir unsere Nachtquartier auf dem Wabasso Campground ausserhalb Jasper, der eben an diesem Tag öffnete. Auch der nächste Tag war voll von herrlichen Eindrücken. Eine Fahrt im Schnellboot über den ruhig in der Morgensonne liegenden Maligne Lake brachte uns in den hinteren Teil des Sees, in dem sich die imposanten Berge der „Elizabeth Range“ spiegeln.


Die sonnige Wanderung am Nachmittag entlang dem Maligne River, der durch einen tief eingeschnittenen Canyon braust, vermittelte uns zum ersten Mal ein richtiges Gefühl von Sommer.

 





Abends ging dann auch ein kurzes Gewitter über Jasper nieder und der nächste Tag zeigte sich von der trüben Seite. Daher zogen wir nach einer kurzen Wanderung um den Lake Agnes weiter und tauchten in den Miette Hotsprings in das 40°C warme Bad. Nach Fahrt durch Nebel und Regen füllten wir in Hinton ausserhalb des Jasper N.P. unsere Vorräte wieder auf. Nach erneut regnerischer Nacht nahmen wir die „Scenic Route 40 to Alaska“, die uns in einsamer Fahrt durch schier endlose Wälder mit wenig Abwechslung (ein Elch und ab und zu ein Blick auf ein Gasbohrfeld oder ein riesiges Holzlager) nach Grande Prairie brachte.

Am Morgen früh schwamm ein Biber durch den See direkt bei unserem Campingplatz – wir machten uns bei klarem Wetter auf Richtung Dawson Creek, der „Meile 0“ des berühmten Alaska Highway.
Diese 2'230 km lange Verbindungsstrasse nach Alaska mitten durch weitgehend unerforschte Wildnis war 1942 mit einem gewaltigen Einsatz an Menschen und Material in nur 6 Monaten von der amerikanischen und kanadischen Armee gebaut worden.
Heute ist die Fahrt auf der gut ausgebauten, asphaltierten Strasse zwar immer noch ein grossartiges Erlebnis, doch kein Abenteuer mehr. Wir rollten bei wechselhaftem Wetter über diesen Highway, genossen den weiten Blick über die unbewohnte Wildnis der Wälder, Berge und Täler, und hin und wieder auf einen Bären am Waldrand.



Vor dem Nachtlager im Buckinghorse Prov. Park wechselten wir in die Provinz British Columbia und stellten die Uhren um eine weitere Stunde zurück (MEZ -9 Std.). Am folgenden Tag war die endlose Weite noch deutlicher spürbar. Von unserem recht windigen Übernachtungsplatz am Summit Lake aus wanderten wir durch lichten Wald mit herrlicher Flora - dominierend waren Tausende von tiefblauen Lupinen - zum Spring Flower Lake.



Trotzdem der Wind nachts kräftig an unserer PanamBox rüttelte, schliefen wir gut und konnten die nächste Etappe ausgeruht in Angriff nehmen. Nach kurzem Abstecher zu zwei „Hoodoos“ zogen wir weiter nach Norden, unterwegs zeigten sich „Bighorn“-Schafe, Elche und mehrere Bären.







Am tuerkisblauen Muncho Lake waren die herrlichen Orchideen ein herrlicher Anblick.



















Abends bezogen wir Quartier bei den Liard Hotsprings und genossen ausgiebig das entspannende warme Bad, je nach Gusto bei 42°C (Markus), 40°C (Vreni) oder 37°C (Brida & ich).



Nach einem Abstecher zu den einsamen, sehr imposanten Smith Falls rollten die Räder weiter, vorbei an massigen Wald-Bisons und erneut Bären, bis nach Watson Lake.


Ein Wald von Orts- und Autoschildern aus der ganzen Welt ist das Markenzeichen dieses „Kaffs“. Der Campingplatz war von der nüchternen Art (staubiger Parkplatz), doch die Infrastruktur erfüllte unsere Ansprüche.


Während Brida & Markus auf dem Alaska Highway weiterfuhren, nahmen Vreni und ich den einsamen Campbell Highway unter die Räder– auf einer Strecke von 580 km begegneten uns weniger als 20 Autos! -, der zum grösseren Teil nicht asphaltiert ist. Nach der Mittagsrast am fischreichen Frances Lake wanderten wir kurz dem Lapie Canyon entlang, einem Eldorado für Kanuten.
















An dem als besonders wildreich gepriesenen Highway zeigten sich leider ausser einem Hasen und einem Stachelschwein keine weiteren Tiere, sodass wir zügig vorankamen und abends in Faro eintrafen.
Nach Besuch im interessanten Visitor Center dieser vor 20 Jahren noch grössten Minenstadt des Yukon Territory verbrachten wir eine ruhige Nacht, in der wieder einmal intDer Morgen zeigte sich verhangen, doch trocken, und nach einem Rundgang im Faro Arboretum ging's weiter auf dem – jetzt asphaltierten – Campbell Highway, bis an den Yukon, wo wir in den Klondike Highway einbogen.



Nach Halt mit Wanderung zu den 5-Finger Rapids – die für kurze Zeit mit 5 Schweizern und 2 Deutschen fest in mitteleuropäischer Hand waren – rollten wir in ruhiger Fahrt mit gutem Hörbuch nach Norden und erreichten kurz vor 20h Dawson City.
Der Zeitpunkt für unseren Besuch in Dawson City – das wir ja schon von unserer Alaska-Reise 1996 her kennen – war perfekt gewählt, denn am 1. Juli wurde der Canada Day gefeiert, mit Parade, Goldwasch-Wettbewerb und weiteren Aktivitäten.


Wir beteiligten uns nur kurz daran, wanderten dafür auf dem aussichtsreichen „9th Ave Trail“ um die Stadt und fuhren nachmittags durch die Goldfelder von Bonanza und Hunker Creeks, mit herrlicher Aussicht von der – deutlich länger als erwarteten – Ridge Trail Road.




Morgen geht's weiter Richtung Fairbanks und dann hinauf nach Prudhoe Bay, dem eigentlichen Startpunkt unserer Panamericana!
Wie ihr wohl spürt, geht's uns weiterhin gut, wir sind gesund, munter und unternehmungslustig.


Herzliche Grüsse aus dem Herzen des Klondike Goldrush, eure
Ernst & Vreni auf Panamericana

3 Kommentare:

  1. Hallo Mami & Papi,
    schön wieder von euch zu hören! Bei euch scheint das Wanderfieber ausgebrochen zu sein...
    Hier in München geht es nicht so abenteuerlich zu und her. Wir wurden in den letzten Tagen auch von einigen Stürmen und Gewitter heimgesucht. Unsere Keller wurden aber zum Glück nicht überschwemmt. Ansonsten haben wir beide viel zu tun in der Arbeit.
    Scheinbar klappt bei eurer PanamBox alles Tiptop oder ihr habt euch mit dem Macken abgefunden =).
    Ganz liebe Grüße aus München
    Urs & Regina

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  2. Wow! Da kriegt man ja direkt Fernweh! Nach diesen Beschreibungen möchte ich den Icefield Parkway auch unbedingt mal machen. Der Blog wird immer spannender!
    Apropos Regen: In Bern drohen heute Nacht Überschwemmungen. Bei uns ist es zwar wärmer und zwischendurch sogar richtig heiss, aber auch nicht Bombenwetter (ihr könnt beruhigt sein).

    Weiter so!
    Liebe Grüsse
    Beatrice

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  3. Hi ihr Vier,

    jetzt seid ihr ja ganz nah dran am Startpunkt eurer Panamericana und habt doch schon so viel gesehen, dass es eigentlich schon reichen würde.....
    Übrigens: Noch drei Wochen, dann sind wir auch für größere Aufgaben bereit.

    Weiterhin viel Spaß und wir wünschen uns noch viele solcher ausgezeichneten Reiseberichte!

    Liebe Grüße

    Evi und Georg

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