15. Bericht:
Von Cartagena durch Kolumbien nach Ecuador
10.12. - 20.12.2012 / 2300 kmLiebe Freunde
Schon lange habt ihr keinen neuen Bericht von uns anschauen können. Heute sind wir bereits im Neuen Jahr – höchste Zeit also für einen Rückblick auf die letzten 3 Wochen des vergangenen Jahres!
Die Hoffnungen, dass wir unsere PanamBox am 12.12.12 wieder beziehen und weiter fahren können, haben sich tatsächlich erfüllt. Nachdem wir am 10.12. noch kurz beim Zoll vorsprachen und am 11.12. abends wegen Systemproblemen und anderen Hürden das Fahrzeug zwar im Dunkeln noch sahen, aber nicht in Empfang nehmen konnten, stand unser Camper am folgenden Tag unversehrt wieder da! Zusammen mit Winfried & Heidrun Peters, die wir in San Cristobal/Mexiko kennen gelernt und die ihr Wohnmobil 14 Tage nach uns in Colon abgegeben hatten, freuten wir uns sehr über die wieder erlangte Kontrolle über unsere Fahrzeuge.
Luis Ernesto La Rota und seiner Frau Sonja möchten wir an dieser Stelle ganz herzlich danken für ihre grossartige Unterstützung beim Gang durch den Dschungel der kolumbianischen Bürokratie – ohne sie wären wir wohl noch einige Tage länger ohne Camper gewesen.
So verliessen wir das heimelige Hotel Casa Abril (das direkt neben dem Schweizer Konsulat liegt) und das schöne Cartagena, das wir in der Wartezeit gut kennen gelernt hatten.
Die regelmässigen Besuche in den beiden „Heladerias“ mit ihren hervorragenden Glacés mit vielen unbekannten tropischen Fruchtaromen fehlen uns.
Nach einem Grosseinkauf zum Wiederauffüllen unserer Vorräte – die wir im Schweisse (nicht nur) unseres Angesichtes einräumten – fuhren wir am 12.12.12 um 12 Uhr 12 los und bekamen schon bald einen Eindruck von den meist miserablen Strassen Kolumbiens mit ihrem dichten Lastwagenverkehr.
Das führte dazu, dass wir den Stellplatz südlich von Bosconia erst lange nach Eindunkeln errreichten. Das feine Steak gab uns wieder die nötige Energie für den folgenden, ebenfalls langen Fahrtag. Schon bald nach der Abfahrt standen wir für über eine Stunde in einem grossen Stau und gelangten deshalb wieder erst bei Dunkelheit zum Parkplatz des Canyon de Chicamocha.
Den guten Schlaf in der kühlen Nacht auf 2000 m Höhe genossen wir nach der feuchten Wärme des Tieflandes sehr. Auf die Fahrt mit der Seilbahn verzichteten wir und machten uns nach einem kurzen Spaziergang wieder auf den Weg über die landschaftlich reizvolle, doch sehr kurvenreiche Strecke mit viel Auf und Ab.
Nachdem wir am Vorabend vergeblich nach einer Gasstation zum Nachfüllen unserer Propanzylinder gesucht hatten, versuchten wir es in Chiquinquira nochmals. Für unsere Flasche fehlte leider der passende Adapter, doch Winfried konnte seinen Tank auffüllen.
Abends bezogen wir Quartier im nicht ganz leicht zu findenden Hostal Renacer in Villa Leyva, wo wir gleich drei Schweizer trafen (Brigitte & Lukas, Thomas Rimml), die auf der Panamericana unterwegs sind, und mit denen wir uns sehr gut unterhielten. Da uns die Unterkunft und das schöne, im Kolonialstil gebaute und sehr gut renovierte Städtchen ausgezeichnet gefiel, blieben wir 2 Nächte dort.
Der Besuch des Samstagsmarktes mit seinen malerischen Leuten, tropischen Früchten und exotischen Gerüchen faszinierte uns, vor allem da er noch zum grössten Teil von Einheimischen und nicht stark von Touristen benutzt wird.
Auf der Weiterfahrt machten wir Halt bei der grossartigen Salzkathedrale von Zipaquirà. In dieser, in einem stillgelegten Salzbergwerk angelegten, 1995 eingeweihten Anlage kommt man zuerst durch lange Stollen an 14 unterschiedlich gestalteten Kreuzwegstationen vorbei, die in wechselnden Farben beleuchtet werden,
bevor man die eigentliche, dreischiffige „Kathedrale“ erreicht. In der Front des Haupschiffs ist ein riesiges Kreuz in den Fels gehauen, als Trennung zwischen Haupt- und Nebenschiffen dienen gewaltige Säulen aus Salz, und in einem Nebenschiff fällt ein „Salzfall“ imposant herab.
Tief beeindruckt verliessen wir die Salzkathedrale und weiter ging's Richtung Bogotà. Der riesige Bau- & Hobbymarkt führte den Gasadapter leider nicht, so fuhren wir ohne Halt durch Bogotà, dank des Sonntags mit relativ wenig Verkehr. Die Abzweigung zum geplanten Nachtquartier im Parque Natural Chicaque fanden wir leider nicht – generell ist die Beschilderung lausig, entweder nicht vorhanden oder sehr verwirrend! - sodass wir bei einem Restaurant in San Rafael neben der Hauptstrasse über die regnerische Nacht blieben, gut bewacht von einem Nachtwächter auf dem Dach.
Es war zwar nicht so ruhig, dafür schenkte uns der nette Manager am nächsten Morgen Käse, ohne etwas für die Übernachtung zu verlangen.
Vom Hochland ging's in rasanter Fahrt hinunter ins Tal des Rio Maddalena auf ca. 600 m ü.M., dann über erstaunlich gute Strassen zur Provinzhauptstadt Ibague, wo wir zu unserer grossen Überraschung und Freude die Gasflasche auffüllen konnten. Auf kurvenreicher Strecke mit sehr vielen langsamen, stinkenden Lastwagen stiegen wir wieder auf 3300 m hinauf, um anschliessend wieder hinunter in die Zona Cafetera zu rollen. Beim Hostel La Serana fanden wir einen ruhigen Stellplatz und genossen das feine Nachtessen, leider auch hier mit teils starkem Regen. Nach ein paar Fotos am folgenden Morgen, unter anderem vom Fünftausender Nevado del Ruiz
zogen wir weiter Richtung Süden. Da es in der „weissen Stadt“ Popayan ebenfalls kräftig regnete, hielt es uns nicht lange in den von Weihnachtseinkäufern wimmelnden Gassen,
und wir rollten weiter bis zum Parador Colombia (hat nichts gemein mit einem Parador in Spanien!), wo wir eine regnerische, doch ruhige Nacht verbrachten.
Durch eine abwechslungsreiche, gebirgige Landschaft fuhren wir südwärts Richtung Pasto.
Auch hier gab's grosse Militärpräsenz - wir wurden jedoch nur einmal kontrolliert, sonst immer mit freundlich erhobenem Daumen durchgewinkt.
Bei einem Halt unterwegs fotografierte Vreni Blumen, einige Lausebengel fragten sie weshalb, bevor sie unseren staubigen Camper zu bekritzeln begannen.
In Pasto begrüsste uns eine Gruppe von Weihnachssängern, bevor wir den Termin für einen Service an unserem Nissan für den folgenden Tag vereinbarten und ihn sauber waschen liessen.
Nach längerem Suchen fanden wir auch einen Parkplatz ohne Höhenbeschränkung für unsere 3.1 m hohe PanamBox und checkten im Hotel Galerias ein, wo wir gerade noch das letzte freie Zimmer erhielten.
Nachdem wir am folgenden Morgen den Wagen zum Service abgegeben hatten, schlenderten wir bei ausnahmsweise herrlichem Sonnenschein durch die Stadt. In der an sich schönen Kathedrale passten die „flashenden“ Lichter an den Säulen und Altären für unser Empfinden nicht so recht ins Bild.
Am Mittag konnten wir unseren Camper schon wieder bei der Nissan-Garage mit sehr kompetentem und freundlichen Personal abholen,
und weiter durch's kolumbianische Hochland Richtung Ecuador rollen. Ein Abstecher führte uns zum Marien-Wallfahrtsort Las Lojas. Die Kirche ist in einer Schlucht direkt über dem Fluss an den Fels gebaut. Auf dem Weg hinunter wimmelt es von „Ex voto“ Tafeln mit Dank für erhörte Gebete, diejenige vom Ultramarathon-Läufer Henry Sanchez war für uns natürlich von besonderem Interesse.
In Las Lajas trafen wir auch unsere Freunde Heidrun & Winfried wieder und fuhren mit ihnen bis kurz vor die ecuadorianische Grenze. Bei einem Hotel, bei dem Vorgänger von uns übernachtet hatten, wurden wir ohne Begründung abgewiesen, sodass wir einen recht lauten Platz an der Strasse bezogen – dafür war das Essen im dazu gehörenden Restaurant gut.
Am folgenden Tag passierten wir die Grenze nach Ecuador, doch davon gleich mehr im nächsten Bericht, damit das Hochladen mit den vielen Bildern nicht zu lange dauert.
Ganz herzliche Grüsse
eure Ernst & Vreni auf Panamericana
Hallo Vreni, hallo Ernst,
AntwortenLöschenkomme endlich dazu, wieder ein paar Zeilen zu schreiben, nachdem ich Aerger mit dem Computer hatte.
Wie schön, dass es euch gut geht und ihr nach den Heimwehtagen an Weihnachten wieder neuen Mut gefasst habt. Als ich muss schon sagen, die Salzkathedrale, das ist schon ein Ding, das einen wirklich beeindrucken kann.
Euer Nissan scheint ja prächtig durchzuhalten, ab und zu ein Service und weiter geht's.
Haltet auch ihr durch, das schöne Patagonien wartet und auf dem Weg dorthin sicher Vieles, was nicht weniger beeindruckend ist. Wir wuenschen euch weiterhin alles erdenklich Gute und viel Gesundheit.
Viele liebe Gruesse von Evi und Georg