Montag, 13. August 2012

6. Bericht: Von Whitehorse durch British Columbia nach Vancouver und via Vancouver Island in die Olympischen Wälder von Washington, USA


23.7. - 12.8.2012 / 4500 km
Liebe Freunde
Endlich erscheint der nächste Bericht in unserer Blogserie, auf den ihr sicher schon lange gewartet habt..! Die vergangenen 3 Wochen waren sehr intensiv, ganz besonders genossen haben wir die tolle Begleitung von Goli und Monika zwischen Prince George und Vancouver Island.
Ein wichtiger Faktor hat sich in dieser Zeit ganz entscheidend verbessert – das Wetter. Ganz im Gegensatz zu den ersten Wochen hatten wir seit fast 4 Wochen praktisch keinen Regen mehr, was das Reisen natürlich viel angenehmer gestaltet.
Nun aber in medias res: Nach einer guten Nacht am Kluane Lake, der direkt an den riesigen, weitgehend unerschlossenen Kluane Nat.Park grenzt, streiften wir kurz durch Silver City, eine vor Jahrzehnten verlassene Geisterstadt.


Auf dem Alaska und auf dem Cassiar Highway, auf den wir kurz vor Watson Lake abbogen, zeigten sich auch bald wieder Bären, von denen wir in Alaska an der Strasse praktisch keine gesehen hatten.



Nachtquartier bezogen wir am herrlichen Boya Lake, und nach mehr oder weniger langem Bad im erstaunlich warmen See genossen wir zum ersten Mal Steaks vom Campfire.



Die Weiterfahrt auf dem einsamen Cassiar Highway war abwechslungsreich und eröffnete uns trotz des streckenweise - typisch kanadischen! - dichten Waldes schöne Ausblicke auf Seen, Berge und Blumenteppiche entlang der Strasse.


Kurzfristig hatten wir uns für einen Abstecher nach Stewart und Hyder entschlossen, der sich als Volltreffer entpuppte. Auf der Fahrt ans Meer imponierte uns der mächtige Bear Glacier und nach holpriger Fahrt auf einer „Gravel Road“ genossen wir den wunderbaren Ausblick auf den noch viel riesigeren Salmon Glacier.




Dort trafen wir auch einen weitgereisten Bergsteiger aus Kalifornien, der uns die Oregonküste sehr empfahl und ausgezeichnete Tipps für Wanderungen in den „Slot Canyons“ des südlichen Utah gab.
Zurück in Hyder – das zu Alaska gehört – war der Besuch am Salmon Creek ein Muss. Zwar sind die Bestände an Lachsen in den letzten Jahren stark zurückgegangen, und damit auch die Zahl der Bären, die dort fischen, doch ein Grizzly zeigte sich immerhin noch. Da er grosse Mühe beim Erhaschen eines Lachses hatte, zog er mehrmals den Bach hinauf und hinab – Markus bezeichnete ihn als Aquafit-Fan! - und gab uns die Möglichkeit, ihn ausgiebig zu fotografieren.



Wieder zurück auf dem Cassiar Highway rollten wir weiter südwärts und erreichten vor Hazelton den Yellowhead Highway und damit auch wieder dichter besiedeltes und landwirtschaftlich genutztes Gebiet. In der Gegend lebt noch eine grössere Anzahl Indianer (in Kanada als „First Nations“ bezeichnet), welche auch die Kultur ihrer Vorfahren pflegen.



Am folgenden Tag trafen wir uns abends in Prince George mit der „Versorgungstruppe“ Goli & Monika. Ihr Gepäck enthielt eine Vielzahl von wichtigen und feinen Dingen, vom Transformer, Toaster, Zündgerät über Brot, Schokolade bis hin zu Teefiltern! Begeistert nahmen wir diese in Empfang und nach etwas kniffliger Montage des Zündgerätes funktionierte der Kühlschrank im Gasbetrieb wieder tadellos.

Im Hotel bezogen wir ein Zimmer, zum ersten Mal nach 2 Monaten ausschliesslichem Übernachten im Camper.
Die folgenden 12 Tage brachten uns neben der ausserordentlich geschätzten Gesellschaft von Monika & Goli auch kulinarische und önologische Höhenflüge, die auf der weiteren Reise wohl unübertroffen bleiben werden.
Am ersten Tag unserer gemeinsamen Reise war an sich eine kurze Etappe geplant, doch Goli hatte mir den Floh von Barkerville ins Ohr gesetzt, einer originalgetreu restaurierten Goldgräbersiedlung aus dem frühen 20. Jhdt.





Anschliessend an den Besuch von Barkerville reizte mich die Fahrt über die einsame „Forest Road“ via Likely nach Williams Lake sehr. Allerdings hatte ich die dafür benötigte Zeit massiv unterschätzt (kommt bei mir sonst ja nie vor..!), so dass wir mit fast 2 Std. Verspätung auf die vereinbarte Zeit in Williams Lake eintrafen.


Die Übernachtung auf dem Parkplatz des Hotels von Goli & Monika erwies sich als sehr praktisch, und wir hielten uns fast die ganze Zeit an diese Praxis.
Auf der Weiterfahrt nach Vancouver gings nach dem imposanten Canyon des Fraser River wieder in die Berge.

Bei herrlichem Sommerwetter stieg die Strasse zum Cayoosh Pass hinauf.

Auf der anderen Seite wartete eine Wanderung zu den wundervollen, türkisfarbenen Joffre Lakes auf uns – allerdings erst nach einem Radwechsel, der wegen eines kleinen Lochs im Pneu nötig wurde. Dank Markus' gutem Wagenheber war das Ganze dann nur halb so schlimm.

Der Weg zu den Seen entpuppte sich wegen der vielen grossen Steine als sehr anspruchsvoll, Vreni wurde ziemlich gefordert, doch es lohnte sich.



Das Nachtquartier bezogen wir in Whistler, dem Austragungsort der Alpinski-Wettbewerbe der Olympischen Spiele 2010, gemäss eigener Aussage „the best ski resort of the World“!



Auf dem Sea-to-Sky Highway (oder umgekehrt) ging's in abwechslungsreicher Fahrt mit mehreren Fotostopps – länger bei den imposanten Shannon Falls – nach Vancouver, wo wir für 5 Nächte im Holiday Inn Express Quartier bezogen.




Monika fand gleich heraus, dass im Rahmen der „Celebration of Light“ am gleichen Abend (1. August!) ein grosses Feuerwerk auf dem Programm stand. Das liessen wir uns natürlich nicht entgehen. Das gut einstündige Warten in dichtgedrängter Menschenmenge lohnte sich sehr. Um 22h konnten wir während 25 Min. ein absolut phantastisches Feuerwerk geniessen, wie wir es  zuvor noch nie gesehen hatten.



Da wir anschliessend trotz längerem Warten keinen Bus mehr fanden, heuerte Goli kurzerhand eine Stretch-Limousine an, die uns dank seinem geschickten Verhandeln zum Discount-Preis zum Hotel chauffierte.
Der nächste Morgen war dem Besuch im Anthropologischen Museum mit seinen grossartigen Sammlungen der Kultur der Westküsten-Indianer gewidmet.



Nach einem Rundgang durch den botanischen Garten


zogen wir weiter zum sehr gepflegten Queen Elizabeth Park, in dem auch ein Gewächshaus mit tropischen Pflanzen und Vögeln zu bewundern war.





Das Nachtessen im Rest. „Seasons in the Park“ - mit herrlicher Weitsicht auf Downtown Vancouver - hatten wir nach einem vergeblichen Reservationsversuch bereits abgeschrieben. Umso mehr genossen wir das doch noch mögliche, feine Dinner auf der Terrasse.


Ein weiterer wolkenloser Tag brach an, und wir nutzten ihn für den Besuch im wunderbaren Aquarium mit seiner unglaublichen Vielfalt an Meerestieren aus allen Teilen der Welt.





Die Fahrt mit dem SeaBus nach North Vancouver war eher enttäuschend, wegen der fehlenden Möglichkeit ins Freie zu gehen und den ungünstigen Lichtverhältnissen. Entschädigt wurden wir dafür mit dem feinen Nachtessen „beim Italiener“ in Gastown, gleich neben der Dampfuhr.



Die Rundfahrt über North Vancouver am folgenden Morgen (mit Goli's Mietauto) war dafür ein voller Erfolg, mit herrlichen Blicken auf Downtown und die Lions Bridge.

Nach einem Besuch im Granville Market und einer gemütlichen Pause im Vanier Park war es schon Zeit für das Besetzen eines Platzes an der English Bay für ein weiteres grosses Feuerwerk.


Dank Vreni's Einsatz und guter Planung konnten wir einen herrlichen Abend mit mehrgängigem Picknick und feinem Wein geniessen und die Zeit bis zum noch grossartigeren Feuerwerk verging im Flug.


Die Velotour um den Stanley Park und entlang Vancouver's südlichem Seashore wird von  Reiseführern und allen, die sie erlebt haben, in den höchsten Tönen gelobt. Also setzten auch wir uns auf die Stahlrosse (2 Elektro- und 3 Citybikes, leider ohne Goli, der wegen seiner Fussoperation darauf und auf längere Märsche verzichten musste) und radelten bei perfektem Wetter los. Nach höchst abwechslungsreicher Fahrt und einem feinen Lunch an der Kitsilano Beach können auch wir uns dem Loblied auf diese tolle Fahrt voll und ganz anschliessen.








Das exquisite Nachtessen im Rest. Cloud9 im 42. Stock, zu dem uns Goli & Monika einluden, bildete den krönenden Abschluss unseres Aufenthaltes in Vancouver, einer Stadt, die uns restlos begeisterte.




Nach Wieder-Einräumen unserer Habseligkeiten in den Camper zogen wir am folgenden Morgen los Richtung Grouse Mountain.Im Gegensatz zu den vielen Bergläufern, welche die knapp 1000 Höhenmeter zu Fuss zurücklegen, fuhren wir mit der Garaventa-Luftseilbahn hoch. Oben erwarteten uns neben einer schönen, durch den Dunst etwas eingeschränkten Sicht auf Gross-Vancouver, vor allem 2 Grizzlybären, die sich in ihrem geräumigen Gehege offensichtlich recht wohl fühlen.


Mit der Fähre setzten wir von Horseshoe Bay auf Vancouver Island über und machten uns gleich auf den Weg zur wilden Westküste am Pazifik. Nach kurzen Stopps bei Wasserfällen und einem Rundgang im sehr imposanten „Cathedral Grove“, mit einer Vielzahl von umgestürzten Riesen-Bäumen bezogen wir auf dem Parkplatz des Cedar Grove Inn in Port Alberni Quartier.




Die Fish & Chips im „Bare Bones“ Rest. schmeckten grossartig!
Die Walbeobachtungstour am folgenden Tag von Ucluelet aus war zwar ein Erfolg, indem wir mehrere Buckel- und Grauwale sichteten – fotografisch konnten wir allerdings nur einige Schwanzflossen und Rücken festhalten.



Ebenfalls an die fotografischen Grenzen stiessen wir bei den Aufnahmen der gigantischen Bäume in den Küsten-Regenwäldern (Red Cedar, Douglas Fir, Sitka Spruce), die mit Höhen von 70 – 90 m praktisch nicht auf ein Bild passen.



Dafür kam es an den wilden Pazifik-Küsten im Pacific Rim Nat.Park zwischen Tofino und Ucluelet, an denen bei Ebbe eine Vielzahl von Muscheln, Seesternen & -Anemonen, Krabben, etc. zu sehen sind, zu richtigen Foto-Orgien.




Nach einer abschliessenden, herrlichen Wanderung über den Wild Pacific Trail ging's zurück an die Ostküste und nach Victoria, der Hauptstadt von British Columbia.



Nach Einkaufsbummel und einem abschliessenden Essen verabschiedeten wir uns von Goli & Monika. Wir hatten wundervolle Tage miteinander und werden sie sehr vermissen!
Die Fähre brachte uns abends direkt hinüber nach Port Angeles im Staat Washington, USA. Am folgenden Morgen kurvten wir bei herrlicher Sonne hinauf zum Hurricane Ridge im Olympic Nat.Park, wo uns eine grossartige Sicht in die vergletscherten Berge und eine wunderbare Alpenflora erwartete.





Nach einem erfrischenden Bad im klaren Lake Crescent und etwas enttäuschendem Suhlen in den total überfüllten Sol Duc Hotsprings lockerten wir die Beine bei einem kurzen Marsch im Abendlicht durch den Riesenbaum-Wald zum Sol-Duc Wasserfall.


Danach richteten wir uns für die Nacht auf einem Parkplatz im Nationalpark ein, da der Campingplatz voll war. Zuerst sah alles gut aus, doch um 22:30h weckte uns ein Ranger und informierte uns, dass wir hier nicht über Nacht bleiben könnten! Nach weiteren 20 Min. Fahrt fanden wir einen ruhigen Platz und auch bald guten Schlaf.
Der Morgennebel lag noch über der Küste, als wir durch wiederum grossartigen Regenwald zur „2nd Beach“ des Küstenteils des Olympic N.P. wanderten. Die Inseln waren nur in Umrissen zu erkennen, doch der Pazifikstrand mit den riesigen Mengen an Treibholz – zwischen dem viele Camper ein Plätzchen gefunden hatten – begeisterte uns trotzdem.



Von dort ging's wieder gegen die Berge und an die Sonne, und im Hoh River Campground fanden wir einen herrlichen Campingplatz nahe am Fluss. Nach dem Rundgang durch den einmaligen Hall of Mosses Trail fanden wir schliesslich auch Brida & Markus wieder..




Nach einem feinen Chili con Carne von Vreni und gutem Wein von Markus verabschiedeten wir uns voneinander. Während Bri&Ma ins Landesinnere zum Yellowstone Park und von dort Richtung Süden fahren, nehmen Vreni & ich die westliche Route via Oregon-Küste und die Vulkan-Nationalpärke nach San Francisco. Anfangs September treffen wir uns dann in Page, Arizona, wieder.
Wie ihr seht, sind wir nach wie vor guter Dinge und voll Unternehmungslust, und geniessen unsere Reise.
Euch danken wir herzlich für euer Interesse, für eure Mails und Kommentare, die uns sehr freuen. 
Alles Gute und liebe Grüsse von euren
Ernst & Vreni auf Panamericana


4 Kommentare:

  1. Liebe Vreni, Lieber Ernst,

    toll, was ihr so alles erlebt!
    Macht richtig Lust auch aufzubrechen und loszureisen.

    Wünsche Euch weiterhin alles Gute, Viel Spass beim Entdecken und keep cool!

    Liebe Grüsse aus Danis, Graubünden, nach den Heidelbeerlen :-)
    Roman

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  2. hallo ihr lieben

    herzlichen dank für euren bericht... wie immer äusserst detalliert und sehr interessant... und vancouver ist natürlich schon ein highlight. ich liebe diese stadt auch sehr...
    weiterhin alles liebe und gute und danke für die tollen berichte.

    herzliche grüsse aus der tropischen schweiz bei dieser woche bis 34 grad.

    walter

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  3. hallo ihr zwei lieben

    das toent wieder einmal absolut super und die fotos sind einfach genial (bei den muscheln koennen wir die foto orgie begreifen...die sehen wirklich toll aus). fuer uns ist es im moment ganz komisch den vielen schnee und die gletscher zu sehen, bewegen wir uns doch hauptsaechlich durch den sand und die savanne! wir geniessen namibia genau wie ihr die panamericana und hatten ein tolle und interessante tour durch botswana zu den vic falls! von den big five (elefant, nashorn, loewe, bueffel und leopard) fehlen uns nur noch die zwei katzen...der chobe n.p. hat uns mit den vielen elefanten, bueffeln, giraffen und nilpferden sehr verwoehnt!

    wir freuen uns schon wieder auf den naechsten blog von der offenbar sehr schoenen vulkankueste!

    geniesst es weiterhin und "hebed sorg"!

    liebe gruess aus der sonne der etosha-pfanne
    sarah & thomas

    p.s.: in san francisco muesst ihr unbedingt die nachtfuehrung auf alcatraz machen (vorher online buchen)!!

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  4. Liebe Vreni, lieber Ernst

    Da sind wir uns ja praktisch über den Weg gelaufen, denn am 1. August waren wir auch in Vancouver! Und danach fuhren wir die wunderschöne Oregon-Küste südwärts, mit Abstecher duch den Redwood und den Crater Lake (absolut empfehlenswer!), bis nach San Francisco.

    Nun sind wir seit einer Woche wieder zurück in der Schweiz.

    Euch wünschen wir weiterhin ganz viele tolle Erlebnisse!

    Liebe Grüsse

    Doris und Gregor

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