21. Bericht:
Bariloche – das lange Warten!
11.3. - 21.3.2013 / 0 km (>2500
km mit Mietwagen)
Liebe
Freunde
Wieder
ein Bericht, der von viel weiter südlich geplant war..! Ja, die
letzten 20 Tage waren wirklich eine Gedulds- & Nervenprobe, die
zum Glück jetzt ein gutes Ende hat. Die Ersatz-Radlager für den
Nissan aus der Schweiz sind eingetroffen und montiert... Doch zuvor
gab's eine Reihe von Hoffnungen, die immer wieder enttäuscht wurden.
Dazu und zu unserem Programm während des langen Wartens einige
nähere Informationen.Beim Abschluss des letzten Berichts waren wir ja noch guten Mutes, dass die Radlager am Mo., 11.3. eintreffen würden.
Als am Montag immer noch die gleiche Nachricht bei der DHL Sendungsverfolgung zu sehen war – vom Zoll aufgehalten! - erkundigte ich mich bei DHL Argentinien. Von dort kam eine vernichtende Information: Das Paket kann nur vom Empfänger – als den ich in meiner Naivität den Garagisten Carlos Duprat bezeichnet hatte – gegen einen hohen Importzoll persönlich in Buenos Aires abgeholt werden!! Ich schäumte vor Wut und konnte das nicht glauben. Eine Erkundigung von Carlos bei DHL Bariloche bestätigte aber die Information leider... Es blieb also nichts anderes übrig als die Radlager wieder an den Absender zurück zu leiten – ein absoluter Irrsinn!
Am Nachmittag kam dann wieder ein Lichtblick auf, als Carlos uns sagte, er könne die passenden Ersatzteile in Argentinien bestellen und sie sollten spätestens am Fr.,15.3. bei ihm sein.
Also bummelten wir etwas durch Bariloche, mit seinem sehr auf argentinische Touristen zugeschnittenen Zentrum
und
unternahmen gegen Abend einen Ausflug auf den „Cerro Otto“, mit
herrlichem Blick über den Lago Nahuel Huapi und mit immer noch
blühenden Blumen.
Wir beschlossen auch, wieder Auto zu mieten und uns die Wartezeit mit einem Ausflug zu verkürzen. Am Dienstag ging's los nach Süden, und nach einem Abstecher von El Bolson zum „Cabeza del Inca“
bezogen wir in Esquel im einfachen Bed & Breakfast „La Posada“ Quartier und buchten für den folgenden Tag eine geführte Tour für die „Excursion Lacustre“ in den Nationalpark Los Alerces. An herrlichen, blaugrünen Seen und Flüssen vorbei
ging's mit einer kurzen Wanderung zur Schifflände am Lago Menendez
und mit dem Schiff an vergletscherten Bergen vobei ins Herz dieses Parks, dem Alercen-Wald mit dem „Abuelo“, einer ca. 2600 Jahre alten Alerce (Fitzroya Cupressoides).
Durch den eindrücklichen Primärwald mit vielen blühenden Fuchsien und dicht mit Flechten bewachsenen Bäumen
wanderten wir zum imposanten Wasserfall des Rio Menendez.
Der Rückweg war zwar der gleiche, doch die klaren Wasser, die Berge und der Himmel leuchteten jetzt im schönsten Nachmittagslicht.
Ein Telefon mit dem Garagisten Carlos brachte die nächste Ernüchterung: Die passenden Radlager sind in Argentinien doch nicht erhältlich! Er nimmt jedoch Kontakt mit einem Kollegen in Chile auf, der ihm sagt, dass er auf Grund der Chassisnummer die richtigen Radlager hätte. Carlos sagt, er fahre am Freitag nach Osorno, um die Teile zu holen. Wir nehmen die Information zwar recht skeptisch auf, da uns bei Nissan Chile gesagt wurde, sie seien nicht erhältlich, doch wir können die, wenn auch nur geringe Chance nicht verpassen.
Also machen wir uns am nächsten Tag bei herrlichem Wetter wieder auf den Rückweg nach Bariloche, vorbei am Lago Futalaufquen und Rivadavia
und an den imposanten Bergen bei Cholila.
Da wir die Radlager in Chile entweder in Dollars – von denen wir keine mehr in Bar haben - oder in chilenischen Pesos bezahlen müssten, und in Argentinien nur argent. Pesos beziehen können, fragen wir in einer Wechselstube nach dem Kurs. Uns trifft fast der Schlag: Wegen der Schwäche des argent. Pesos beträgt der Aufschlag beim Wechseln über 50%! Also entschliessen wir uns, mit Carlos nach Osorno zu fahren und dort chilenische Pesos zu beziehen.
In der Nacht erwache ich und überlege, wie gross die Chance für die richtigen Radlager in Chile wohl sei.. Da ich sie als sehr gering einschätze, rufe ich um 4h nachts die Nissan- Garage an und bitte Herrn Stalder, die Radlager zur Sicherheit wieder zu bestellen – die ersten sind noch nicht aus Argentinien zurück...
Die Fahrt bei herrlichem Wetter über den Paso Samoré – über den wir ja 2 Wochen früher schon einmal her gekommen sind
vorbei an den Vulkanen Puyehue, Osorno
ist zwar sehr schön, doch in Osorno genügt ein Blick um festzustellen, dass die Radlager nicht passen! Offenbar hat Nissan in verschiedenen Kontinenten bei den gleichen Modellen nicht nur unterschiedliche Teile, sondern auch verschiedene Chassisnummern... So rufe ich also sofort Herrn Stalder an und bitte ihn, die Radlager erneut per DHL zu schicken, dieses Mal aber an mich und mit einem deklarierten Wert unter 1000 USD.
Wir hofften, dass das DHL Paket schon am Dienstag oder Mittwoch in Bariloche sein könnte, wenn es am Samstag aufgegeben wird. Doch weit gefehlt: DHL nimmt zwar am Samstag Pakete entgegen, abgeholt werden sie aber erst am Montag!
Da wir die Teile frühestens am Donnerstag erwarten konnten, mieteten wir wieder ein Auto und unternahmen einen weiteren Ausflug, dieses Mal nach Norden.
Vor der Abfahrt verabschiedeten wir uns noch vom sehr netten, humorvollen und für unsere Probleme verständigen Campingplatz-Besitzer
der mir anbot, ihm nach Rückkehr von seinem 10-tägigen Aufenthalt in Buenos Aires beim Laubrechen zu helfen, falls wir noch da wären..!
Durch das bereits bekannte Valle Encantada
geht's über einsame Strassen, meist Schotterpisten, entlang dem wunderschönen Rio Aluminé
zum Lago Aluminé. Beim Wegweiser zur mechanischen Werkstatt wird unser Entscheid, nicht mit den defekten Radlagern weiter zu fahren, als richtig bekräftigt – was für ein Disaster wäre es, mit einem blockierten Rad in der Pampa zu stehen, einige Hundert km von der nächsten Ortschaft entfernt und ohne Handy-Verbindung...!
In Los Pehuenes, direkt am Lago Aluminé, beziehen wir mit sehr komfortablen Hotel La Balconada Quartier
und machen uns am folgenden Tag auf den wunderschönen, einsamen „Circuito La Pehuenia“, erneut vorbei an herrlich blauen Seen und Flüssen, hier auch einmal mit Wasservögeln.
Pehuen ist die lokale Bezeichnung für die Araukarie, und von diesen ganz speziellen Bäumen, deren Nüsse von den Einheimischen eifrig gesammelt werden, können wir denn auch sehr viele bewundern.
Offensichtlich sind sie sehr anspruchslos und gedeihen gerne auf steinigem, felsigem Boden.
Zur Mittagsrast machen wir einen Abstecher zur „Bucht der Träume“, der zwar deutlich länger ausfällt als erwartet, sich aber nicht nur wegen der witzigen Beschilderungen
nach 1 km:
nach 2 km
nach 3 km
nach 5.8 km
nach 5.9 km
und nach 6 km:
sondern auch wegen der wunderschönen Lage
und dem Bad im kühlen See
sehr lohnt. Vom See geht's weiter durch die einsame Pampa, zuerst bei warmer Sonne
später im kühlen Nebel, in dem einige richtige Gauchos ihre Herden von den Sommerweiden hinunter treiben
nach Zapala, wo wir im Hotel Hue Melen wieder eine gute Unterkunft finden. Der Blick in die DHL Sendungsverfolgung lässt wieder hoffen: Das Paket ist am Di. Morgen schon in Madrid und sollte am Mi. In Buenos Aires sein...
Wir ziehen am Dienstag wieder nach Süden und kommen nach 250 km Fahrt durch einsame Pampa
in den Nationalpark Lanin. Die letzten Nebel über dem Lago Huechalaufquen lösen sich gerade auf und geben den Blick auf den imposanten, 3500 m hohen Volcan Lanin frei.
Wir fahren dem See entlang, vorbei an einer malerischen Kapelle
mit Picknick am Strand mit schwarzem Vulkansand
bis zum Ende der Strasse und steigen auf einem schönen Weg mit vielen Informationstafeln zur Flora hinauf zum 25 m hohen, tosenden Wasserfall „El Saltillo“.
Auf der Rückfahrt ziehen wieder Wolken auf und der Vulkan hüllt sich langsam ein.
Im Hotel Rio Dorado in Junin de los Andes können wir nachts hocherfreut feststellen, dass das DHL Paket schon in Buenos Aires ist und am folgenden Morgen zum Zoll geht. Also nichts wie los und zurück nach Bariloche! Dort angekommen, sehen wir, dass die Radlager vom Zoll bereits frei gegeben sind. Nach einem weiteren Telefon mit DHL Argentinien, die mit einer Transit-Zeit von nochmals 48 Stunden zwischen Buenos Aires und Bariloche rechnen, entschliesse ich mich zu einem kurzen „Ausflug“ nach Buenos Aires, um die Radlager persönlich dort abzuholen.
Das ist nun geschehen, die (richtigen!) Radlager sind da, wurden jetzt von Carlos montiert,
und morgen kann's weiter gehen – hoffentlich ohne neue Probleme!!!
Wir melden uns wohl erst aus Buenos Aires wieder, wo wir um den 10. April den Camper zur Verschiffung abgeben. Am 12.4. abends fliegen wir ab und am 13.4. sind wir um 21:30h in Zürich – wir freuen uns sehr auf Zuhause!!
Euch schicken wir herzliche Grüsse aus Patagonien und freuen uns auf ein Wiedersehen,
die sehr erleichterten
Ernst
& Vreni auf dem Panamericana-Endspurt
Hallo ihr Zwei,
AntwortenLöschenendlich wieder "on the road", welche Erleichterung! So hoffen wir mit euch, dass ihr euer Ziel Ushuaia ohne Zwischenfälle erreicht und glücklich nach Hause kommt. Wir freuen uns auf euch! Good luck!
Ganz liebe Grüße
Evi und Georg
Lieber Ernst und Vreni wir haben immer noch Winter in der Schweiz, verlängert doch euren Urlaub um ca.1 Monat, bis dann haben wir auch Frühling. Ihr habt ja Zeit. Viele Grüsse Christoph
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