8. Bericht: Von Bakersfield
durch das Tal des Todes, des Feuers und der Götter ins Land der
Canyons und zum Lake Powell
29.8. - 7.9.2012 / 2200 km
Liebe
Freunde
Nach
Abschluss des letzten Blog-Beitrags, der wegen der langsamen
Internet-Verbindung viel mehr Zeit als geplant in Anspruch nahm,
kehrten wir dem heissen Bakersfield gerne den Rücken und rollten
ostwärts durch die Mojave-Wüste. Wegen des dort häufig stark
wehenden Windes säumen riesige Windräder-Parks die Strasse.Nach langer Fahrt durch's Owens und Panamint Valley erreichten wir in der Abenddämmerung das Death Valley – das Thermometer zeigte 47°C an! Zum Glück konnten wir im komfortablen und klimatisierten Furnace Creek Inn Quartier beziehen.
Der erste Gang führte natürlich zum schönen Pool, den wir nach dem Nachtessen und am folgenden Morgen zum dritten Mal ausgiebig nutzten.
Noch bevor die Sonne zu hoch stand, verliessen wir das Death Valley wieder, genossen die Morgensonne am Zabriskie Point und zogen nach dem Morgenessen weiter Richtung Las Vegas.
Der kurze Aufenthalt in der Mega-Stadt der Spieler und der Shows war – vor allem für Vreni – eine grosse Enttäuschung. Von unseren letzten Besuchen hatten wir noch das Klimpern der „Einarmigen Banditen“ in den Ohren. Doch im Zeitalter der elektronischen Zahlung ist aus den Slot Machines nur noch ein künstliches Zischen zu hören!
Uns hielt also gar nichts zurück und statt in Las Vegas bezogen wir unser Nachtquartier in der grossartigen Felslandschaft des „Valley of Fire“, auf das wir dank eines Hinweises im ausgezeichneten Reise-Knowhow Führer „USA, der ganze Westen“ aufmerksam wurden.
Nach einer warmen, doch ruhigen Nacht genossen wir den „Scenic Drive“ im herrlichen Morgenlicht.
Die Begeisterung stieg noch weiter bei den Rundwanderungen durch das Reich der „White Domes“ ....
.. und zur phänomenalen "Wave".
Auf der Weiterfahrt Richtung Utah wollte ich bei einem „Drive-through“ Bankomaten Geld abheben. Den tiefhängenden Ast übersah ich leider und so wurde die Dachleiter etwas abgeändert.. Der spätere Versuch, sie gerade zu biegen, misslang gründlich und so fahren wir jetzt ohne Leiter, nur mit einer kurzen Stange zum Aufhängen der Solardusche weiter!
Nach der Fahrt durch den Zion Nat. Park, den wir aus früheren Besuchen schon kannten und nach einem kurzen Halt bei einer Bisonherde
brachte uns ein Abstecher zum Pink Coral Sand Dunes State Park. Der kleine Spaziergang durch die Dünen im Abendlicht war wunderbar, leider etwas getrübt durch das Knattern der „ATV's“ (All Terrain Vehicles), die – Amerika sei gegrüsst – lautstark durch die Dünen rasen können.
Bei weiterhin herrlichem Wetter rollten wir durch den Red Canyon
zum Bryce Canyon, wo wir nach einem mit Donner, Blitz und Hagel vorbeiziehenden Gewitter die frisch gewaschene, grossartige Landschaft bei einer kurzen Wanderung und von den verschiedenen Aussichtspunkten am Canyonrand bewundern konnten.
Im Kodachrome Basin State Park – wieder ein Tipp aus dem Reise-Knowhow Führer – bezogen wir, erneut in grossartiger Umgebung, unser Nachtquartier, und erkundeten das Reich der sich in einer vielfältigen Farbenpalette präsentierenden Sandsteinformationen.
Bei dieser Säule handelt es sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um ein Fruchtbarkeitssymbol aus dem Mesozoikum!
Nach einem kleinen Rundgang am Morgen
setzten wir unsere „PanamBox“ in Bewegung in Richtung Escalante Nat. Monument, einem riesigen, zum Glück noch wenig erschlossenem Park. Auf dem „Burr Trail“ durchquerten wir zunächst den imposanten Long Canyon und genossen dann den grossartigen Weitblick auf den unteren Teil des Capitol Reef Nat.Parks.
Schliesslich landeten wir in Bullfrog, am Nordufer des 150 Meilen langen Lake Powell. Trotz des Grossandrangs an Wassersportlern und anderen Urlaubern (Labour Day Weekend) fanden wir einen schönen Platz zum Campen direkt am Wasser.
Am nächsten, wiederum wunderbar sonnigen Morgen überquerten wir den Lake Powell mit der Fähre, auf der wir uns mit Chris angeregt unterhielten, der einige Jahre in Deutschland studiert hatte.
Nach kurzer Fahrt folgte mit dem Natural Bridges Nat.Monument ein weiterer Höhepunkt . Auf den kurzen Wanderungen zu den phantastischen Sipapu und Owachima Bridges konnten wir – aus meiner Sicht – einige besonders gelungene Bilder schiessen.
Nach der Fahrt über ein Hochplateau standen wir plötzlich an einer Abbruchkante. In einer Reihe von Serpentinen wand sich der abenteuerliche „Moki Dugway“ hinunter auf die 400 m tiefer liegende Ebene.
Kurz
danach bogen wir ab und holperten über eine sehr rauhe
Schotterstrasse Richtung Valley of the Gods. Im Abendlicht genossen
wir die grossartige Landschaft mit den steil aufragenden Felstürmen,
wobei wir bei den Fotostopps die Türen rasch schliessen mussten,
damit uns der stürmische Wind nicht den Sand ins Auto blies.Im Gooseneck State Park fanden wir eine ruhige, wunderbare Bleibe für die Nacht, mit tollem Blick auf den Canyon des San Juan Rivers und einem herrlichen Sonnenuntergang.
Der kurze Besuch im Monument Valley war für uns dann eher eine Enttäuschung, einerseits weil wir es schon kannten, besonders aber wegen der im Gegensatz zu den vorhergehenden einsamen Gegenden sehr kommerziellen touristischen Betriebsamkeit.
So zogen wir bald weiter und nach langer, etwas eintöniger Fahrt durch die karge Landschaft der Navajo/Hopi Indian Reservation bezogen wir für 4 Nächte in Page am Lake Powell Quartier.
Am nächsten Tag machten wir uns – leider 2 Stunden zu spät – auf zu einer Wanderung. Gut 2 Stunden marschierten wir im weitgehend trockenen Flussbett des Wahweap Creek, bis wir die eindrücklichen Felskessel mit Dutzenden von „Hoodoos“ erreichten, die uns begeisterten und natürlich wieder zu vielen Bildern motivierten (im den Blog-Berichten seht ihr ja nur einen Bruchteil der bisher schon über 5000 Bilder!).
Der Rückweg in der prallen Mittagssonne erwies sich als sehr heiss und mühsam, auch wegen der zu knapp mitgeführten Getränken, doch im Camper konnten wir unseren grossen Flüssigkeitsbedarf mit erheblichen Mengen an Panaché wieder ergänzen.
Abends freuten wir uns über's Wiedersehen mit Brida & Markus, und wir parkierten unsere PanamBox im Lone Rock State Park, direkt am Strand des Lake Powell.
Ein ungeheuer eindrückliches Erlebnis war der Besuch des Lower Antelope Canyon am folgenden Tag. Geführt von einem Navajo Indianer schlängelten wir uns durch den teilweise weniger als einen halben Meter breiten „Slot Canyon“, der uns mit seinen unglaublichen, im Laufe von Hunderttausenden von Jahren durch den – nur bei Flash Floods fliessenden - Fluss im rötlichen Sandstein geschaffenen Formen absolut begeisterte.
Da die Menge an Bildern für die ganze Zeit seit dem letzten Bericht zu gross geworden wäre, teile ich ihn in auf, die Fortsetzung folgt demnächst.
Bis
bald also, mit herzlichen Grüssen
eure
Ernst & Vreni auf Panamericana
Wiedermal Bombenbilder, besonders: Lower Antelope Canyon - meeega toll!
AntwortenLöschenHallo Vreni und Ernst,
AntwortenLöschenerst mal ein großes Lob für Eure wunderschönen Fotos und den ausführlichen Bericht, wir verfolgen Eure Reise mit großem Interesse. Der heutige Abschnitt entspricht fast genau unserem Reiseverlauf vor 3 Jahren. Da unsere Zeit bedingt durch die Mietdauer begrenzt war, mußten wir das eine oder andere Highlight leider auslassen.
Wir kommen gerade von einer 6-wöchigen Tour durch Skandinavien zurück. Es war unsere erste Reise in den Norden Europas und hat uns landschaftlich sehr gut gefallen.
Wir wünschen Euch weiterhin viele schöne Erlebnisse und Eindrücke, eine Fahrt ohne Probleme und grüßen Euch recht herzlich
Gisela und Georg aus München