Mittwoch, 29. August 2012


7. Bericht: Von Olympia durch die Vulkangebiete der Kaskaden und entlang der Oregon-Küste in die Sierra Nevada Kaliforniens


13.8. - 29.8.2012 / 3900 km
Liebe Freunde

Nach kurzer Fahrt entlang der im Nebel liegenden Küste wendeten wir uns landeinwärts und schon bald strahlte die Sonne wieder vom wolkenlosen Himmel. In Olympia, der Hauptstadt des Staates Washington, besorgten wir uns Infomationen zu unserem nächsten Ziel, dem Mount Rainier Nat. Park. Auf der Fahrt dorthin tauchte der mächtige Berg schon bald in der Ferne auf. Wir näherten uns von der Nordseite, bezogen Camp im White River Campground und vom Sunrise Visitor Center aus zeigte sich uns der 4400 m hohe, mit einer Reihe von Gletschern bedeckte Mt. Rainier in seiner ganzen Pracht.


Auf einer Wanderung zum „Frozen Lake“ (der zum Glück schon aufgetaut war) begeisterten uns die Alpenblumen, die auf dieser Höhe noch in voller Blüte standen.




Auch ein „Marmot“ begegnete Ernst auf seinem Weg zum Mt. Freemont Overlook.

Nach einem Blick auf den Berg in der Morgensonne umrundeten wir ihn auf der Ostseite und bewunderten seine Südseite, auf der die Gletscher in den letzten Jahrzehnten stark zurückgingen.



Auch hier genossen wir wieder eine einmalige Flora, ganz speziell die wunderbare Avalanche Lilly, den Jeffrey Shooting Star und die Western Columbine.



Der nächste Vulkan auf unserem Weg nach Süden war Mt. St. Helens, der mit seiner gewaltigen Explosion 1980 weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Bei der Explosion des Gipfels waren damals innert wenigen Stunden unvorstellbare Vulkanasche ausgebrochen und hatten ein Gebiet von 230 Quadratmeilen Wald total zerstört. Die Natur hat sich inzwischen schon wieder gut erholt, doch die Spuren der Verwüstung sind noch deutlich sichtbar. So treiben auch unvorstellbare Mengen an toten Baumstämmen im seit dem Ausbruch abflusslosen Spirit Lake.




 
Nach einem Abstecher in die Unterwelt der 8°C kühlen „Ape Cave“, einer imposanten über 1 km langen Lavahöhle, erwartete uns in Portland, Oregon, mit 38°C der Hitzeschock! Während vor allem die jüngeren Bewohner Kühlung im Springbrunnen suchten, streiften wir durch den herrlichen Rosengarten über der Stadt.




Wir verliessen die Hitze rasch wieder und wandten uns nach Westen an die Küste Oregons, die uns im nördlichen Teil mit Nebel und Temperaturen von 16°-18°empfing. Von Cannon Beach, einem Strand-(bei den Wassertemperaturen des Pazifiks um 12°C nicht Bade-!)Ort mit regem Sommerbetrieb zogen wir der ganzen grossartigen Küste entlang bis zur Nordgrenze Kaliforniens.


Mit Ritler's aus Kippel, die wir kurz nach Canon Beach trafen, unterhielten wir uns bestens über unsere jeweiligen Reiseerfahrungen.

Nach einem Besuch der Tillamook Cheese Factory, in der täglich fast 100'000 kg Käse, vor allem Cheddar produziert wird, konnten wir uns ganz den grandiosen Küstenlandschaften widmen.

Endlose Sandstrände mit vorgelagerten Felsen, auf denen Hunderte von Meeresvögeln brüten, wechseln ab mit schroffen Steilküsten, Klippen mit Felsenfenstern, Lavafelsen, in denen bei Ebbe Seesterne und -Anemonen zu bewundern sind.


 

 



Ab Bandon verzog sich noch der Nebel, und unsere Begeisterung für die phantastische Küste war nicht mehr zu bremsen, was sich in einer Unzahl von Fotos zeigte (hier nur ein kleiner Ausschnitt).




 









 
 
Kurz vor der kalifornischen Grenze bezogen wir Quartier im State Park direkt an der Harris Beach – und am nächsten Morgen hatte uns der Nebel wieder eingeholt! Wir blieben daher nicht lange im Küstenteil des Redwood Nat.Forests, sondern wandten uns landeinwärts zum herrlichen Jed.Smith Grove mit seinen gigantischen Coastal Redwoods. Wie stets bei diesen phänomenalen Bäumen stiessen wir beim Versuch, sie in Photos darzustellen, sehr bald an Grenzen.



Nun wandten wir uns von der Küste ab – und zwar für mehr als einen Monat – und wieder den Vulkanen zu. Der Crater Lake Nat. Park begeisterte uns auf Anhieb. Er entstand vor einigen Tausend Jahren, nachdem sich ein Vulkan in kurzer Zeit um einige Hundert Meter absenkte und einen riesigen Krater hinterliess, der sich im Laufe der Jahrhunderte mit Wasser füllte. Auf der Fahrt um den Krater boten sich uns wunderbare Ausblicke über den tiefblauen See.





Abends schlossen wir uns einer interessanten, von einem Ranger geführten Wanderung auf den Watchman Peak an, auf dem wir einen herrlichen Sonnenuntergang erlebten.




Am folgenden Tag wäre eigentlich ein Besuch im Lassen Volcanic Nat.Park geplant gewesen, doch wegen mehrerer in der nahen Umgebung des Parks wütenden Waldbrände mussten wir darauf verzichten. Stattdessen stiegen wir im Lava Beds Nat. Monument in kühle Lavahöhlen – in einer lag sogar ganz unten noch Eis, bei einer Aussentemperatur von über 30°C!


Nach einer Fahrt über eine sehr holprige Schotterstrasse fanden wir einen wunderbaren, ruhigen Campingplatz am Medicine Lake und genossen das kühle Bad sehr.


In einem Bogen fuhren wir auf der Ostseite am Lassen Volc. NP vorbei, wobei auch auf dieser Route der Rauch der Waldbrände sehr stark spürbar war und die Sicht auf wenige Hundert Meter einschränkte.

Am Lake Tahoe war zum Glück nichts mehr von Waldbränden zu spüren.

Auf der Weiterfahrt durch die nördliche Sierra Nevada überquerten wir zwei über 2500m hohe Pässe mit herrlicher Flora (Vreni fand Blumen, die wir zuvor noch nicht gesehen hatten).



Bei einem Besuch in der Ghosttown Bodie, in der in den Boomjahren nach 1870 über 10'000 Goldsucher lebten und die 1931 endgültig verlassen wurde, erlebten wir wieder einmal die Vergänglichkeit menschlichen Tuns..





Nach einem weiteren hohen Pass ging's hinunter auf die Ostseite der Sierra, mit herrlichem Weitblick auf den Mono Lake.

Die Tuffsteinsäulen am Ufer waren ein Höhepunkt, vor allem im herrlichen Abendlicht (vielen Dank für den Tipp, Beatrice!).





Bei herrlicher Morgensonne liessen wir uns vom „Obsidian Dome“ beeindrucken, einem grossen Lavafeld mit riesigen Obsidianbrocken.


Da wir auf einen Besuch in San Francisco verzichteten, blieb uns genügend Zeit für einen Abstecher an die Mammoth Lakes. Im Winter wird dieses grosse Skigebiet häufig von „Angelinos“ besucht, doch es hat auch im Sommer etwas zu bieten. Nach einem Besuch der „Devils Postpiles“, einer imposanten Formation von Basalt-Säulen erfrischten wir uns erneut bei einem Bad im Sotcher Lake. Vreni war so fasziniert von den kleinen Halb-Booten, in denen die Fischer auf dem See herumpaddeln, dass sie ganz vergass, ein Bild von mir bei der Seeüberquerung zu machen!




Am nächsten Morgen ging's früh los, zuerst zum Horseshoe Lake, wo nach einem Erdbeben grössere Mengen von CO2 austreten und Bäume zum Absterben bringen.

Danach ging's steil hinauf zum fast 3000m hohen Tiogapass, dem Eingang zum Yosemite Nat.Park. Da wir diesen Park schon recht gut kennen und er in der Hauptsaison ziemlich überlaufen ist, rollten wir ohne Übernachtung durch. Wir verzichteten aber auch hier nicht auf ein Bad im tiefblauen Tenaya Lake und natürlich faszinierten uns die herrlichen Tuolumne Meadows und der grandiose El Capitan – ein kleiner Marsch brachte mich direkt unter seine ungeheure Granitwände - auch dieses Mal.





Eigentlich hatten wir geplant, in Fresno zu übernachten und uns wieder einmal ins Internet zu begeben, doch wir fanden keinen geeigneten RV-Park. Also fuhren wir direkt weiter, hinauf in den Kings Canyon Nat.Park und schliefen erneut auf über 2000m bei kühler Nachttemperatur ausgezeichnet. Bei herrlichem Morgenlicht bestaunten wir den „General Grant Tree“, die drittgrösste Sequoia weltweit.

Nach Weiterfahrt in den Sequoia Nat.Park widmeten wir uns bei kleinen Wanderungen auf dem Congress Trail und in den Crescent Meadows ausgiebig den faszinierenden Riesenbäumen, die uns immer wieder restlos begeistern.


 


 

Beim Aufstieg auf den Moro Rock, einen Granitrücken mit herrlichem Weitblick in die Berge des Kings Canyon Parks und auf das Central Valley Kaliforniens, trafen wir Chrystel und Olivier aus Yverdon, mit denen wir bei angeregten Gesprächen in 3 Sprachen einen gemütlichen Abend verbrachten.


Nach einem „Abstieg“ von fast 2000 Höhenmetern schwitzen wir nun im bis zu 37°C heissen Bakersfield. Heute geht's weiter ins Death Valley, wo wir der wohl noch grösseren Hitze durch Übernachtung im Furnace Creek Inn entfliehen werden. Nächste Woche treffen wir dann Brida und Markus wieder in Page, Arizona, und reisen gemeinsam Richtung Mexiko.

Wie ihr seht, sind wir nach nach 3 Monaten unterwegs immer noch sehr motiviert, haben noch keine Spur von Reisekoller und geniessen die vielfältigen, immer wieder neuen Eindrücke in vollen Zügen.

Euch wünschen wir gute Zeiten, einen sonnigen, goldenen Herbst und schicken euch herzliche Grüsse aus Kalifornien,
eure Ernst & Vreni auf Panamericana

4 Kommentare:

  1. Hallo Ihr zwei! Schön von euch zu hören. Leider hat's ja nicht geklappt mit dem Skype letztes mal.

    Mal wieder ein super Bericht und grandiose Fotos! Bei den Bildern ist mir klar, dass es euch nicht langweilig wird. Mit so viel Abwechslung... Bei uns ist alles noch beim Alten... ;-) Glg Urs & Regina

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  2. Hallo ihr Zwei,

    mal wieder in grandioser, nicht enden wollender Bericht mit grandiosen Fotos. Dagegen kann die Bretagne natürlich nicht an. Aber wir haben's auch schön und gemütlich in unserem Wohnwagen und sehen jeden Tag was Neues, zur Zeit zum Beispiel den Granit Rose.

    Wir freuen uns, wieder von euch zu lesen......

    Liebe Grüße von Evi und Georg

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  3. Ich kann mich obigen Kommentaren nur anschliessen: wiedermal grandiose Fotos! (abgesehen vom Cheddar, bäh! aber nicht wegen dem Foto, sondern wegen dem Käse..) Und auch wenn ich von euch bereits einen mündlichen Bericht eurer Erlebnisse erhalten habe, ist es toll nochmals davon zu lesen - besonders mit diesen tollen Illustrationen.
    Herzlichen Dank auch für die Karte vom Mono Lake! Hab mich sehr darüber gefreut. Schön, dass ich euch so einen guten Tipp geben konnte.

    Weiterhin gute Reise und bis zum nächsten "Hören".
    glg Beatrice

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  4. Das wart dann wohl ihr, die da plötzlich mit einer Schweizer Nummer vor uns fuhren. Wir haben euch überholt und dann bei einer Rauchpause wieder gewunken. Schon schön ein Schweizerfähnli zu sehen in mitten der Wüste zwischen Page und dem Grand Canyon. wink
    Wir sind schon wieder im schweizer Alltag und hoffen ihr geniesst es für uns!

    Gute Reise weiterhin!
    Simi & Mel

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