Samstag, 9. Juni 2012

1.Bericht „en route“: Halifax–Quebec–Montreal-Ottawa– Niagarafälle
30.5. - 7.6.2012 / 2810 km
Liebe Freunde
Schon sind wir mehr als eine Woche unterwegs und die Zeit beginnt rasch zu laufen, die Erinnerungen an die ersten Tage verschwimmen bereits etwas... höchste Zeit also, den ersten Blog-Eintrag „en route“ zu schreiben!
Nach ruhigem Flug sind wir in Halifax gelandet und wurden mit der Aussentemperatur von 8°C vom Sommer unsanft in den Spätwinter zurückbefördert! Am nächsten Morgen regnete es bei recht starkem Wind und der Gang zu den Büros der Speditionsfirma und des Zolls gestaltete sich recht ungemütlich. Dafür verlief das Prozedere absolut reibungslos. Ohne einen Blick in den Camper gab der Zoll ihn frei und wir konnten unsere „PanamBox“ (so soll unser Camper mit Tischer Box nun heissen) und Brida & Markus den Zwillingsbruder unbeschadet in Empfang nehmen.

Als Erstes galt es, Lebensmittel und noch fehlende Ausrüstung einzukaufen, was uns im riesigen WalMart auch gut gelang. Die erste Hürde hatten wir beim Kauf des Propangases zu überwinden, als wir feststellten, dass die grossen amerikanischen Flaschen nicht in unser Gasfach passen. Auf den Hinweis bei der Abfüllstation fanden wir bei Canadian Tire kleine 10 lb. Flaschen, die aber leer waren... Nach Rückfahrt zur Abfüllstation war diese bereits geschlossen. Also ohne Gas los zum Campingplatz – doch der Schreiber wollte nicht so rasch aufgeben. Nach einem Tipp einer Tankstelle fand er doch noch eine geöffnete Propan-Abfüllstation und konnte mit 4 vollen Flaschen nach 20h zufrieden zum Übernachtungsplatz zurückfahren.
Nach einer guten ersten Nacht im Camper konnten wir bestens ausgerüstet losfahren. In Truro entschieden wir uns, den über 700 km langen Abstecher zum Cabot Trail wegzulassen und uns auf den Weg nach Westen zu machen. Die Fahrt entlang der Küste der Fundy Bay, bekannt für ihre grossen Gezeiten-Unterschiede, entschädigte uns etwas dafür. Die noch nicht ganz ausgereifte Kommunikation mit „brimaunterwaegs“ auf dem zweiten Teil der Fahrt führte dazu, dass wir uns erst abends bei den Hopewell Rocks wieder trafen. Inzwischen haben wir die Schwierigkeiten überwunden und verabreden genau, wo wir uns wieder treffen, falls wir uns aus den Augen verlieren.
Zum Auftakt des nächsten Tages spazierten wir zu den imposanten Hopewell Rocks mit ihren „Flower Pots“. Auf der Fahrt in den Fundy Nat. Park fanden wir auch noch die passende Gaskartusche für unseren CADAC Grill.
Die schöne Wanderung auf dem Coppermine Trail und das Picknick am Bennett Lake vermittelten uns neben dem Einblick in die Wälder des kanadischen Ostens und herrlichen Ausblicken auf die Küste auch wieder den Eindruck von Sommer.

















In St. Martin fanden wir einen schönen Campingplatz direkt am Meer, wo wir den Grill einweihen und die Steaks in der Abendsonne – allerdings mit Jacken wegen des recht starken Windes - im Freien geniessen konnten.











Bei strahlendem Sonnenschein tuckerten wir am nächsten Morgen über den Fundy Trail, der erneut schöne Ausblicke auf Küste und Fundy Bay bot.
 
Anschliessend folgten wir den bereits früher losgefahrenen Brida & Markus auf langer Fahrt durch New Brunswick nach Riviere-du-Loup am St. Lorenzstrom. In der Nacht setzte wieder Regen ein, der uns auch am nächsten Tag auf der Fahrt nach Quebec City begleitete. Bei dieser Fahrt mussten Brida & Markus feststellen, dass Luft ganz schön teuer sein kann: über 5$ verschwanden im Druckluftapparat zum Pumpen der Pneus!
Auf einen Tipp aus einem Blog hin, den Vreni gesehen hatte, parkierten wir unsere Camper in Levis und setzten mit der Fähre nach Quebec City über. Regen und Wind trieben uns direkt in ein Café, das wir aber trotz Empfehlung im Loose Reiseführer kein zweites Mal aufsuchen würden. Dank des lausigen Wetters kamen wir in den Genuss des sehr sehenswerten und vielseitigen „Musée de la Civilization“, in dem die wechselvolle Geschichte der „First Nations“ und Kanadas höchst anschaulich dargestellt wird. Den anschliessenden kleinen Stadtrundgang durch Quebec City – das uns nicht besonders begeisterte - konnten wir ohne Regen absolvieren. Mit einer feinen Pizza im Bauch gings zurück zum Camper, in dem wir auf dem Parkplatz eine ruhige Nacht verbrachten.
Nach erneut verregneter Nacht machten wir uns auf den Weg nach Montreal, wo wir mit dem Hinweis eines Elektrohändlers den einzigen Händler in der Stadt fanden, der 110V -> 220V Transformer verkauft, das letzte wichtige Stück der Ausrüstung, die uns noch fehlte. Beim Olympiapark (Olymp. Spiele in Montreal im Jahr 1976) versanken wir in die phantastische Welt des Botanischen Gartens, der uns mit seinen wunderbaren tropischen Pflanzen, Orchideen, den einmaligen chinesischen und japanischen Gärten,
  
 
 
herrlich blühenden Pfingstrosen, Iris, Fliederbüschen und den wundervollen Bäumen während über 4 Stunden in seinen Bann schlug.

Nach Übernachtung auf einem recht teuren Campingplatz fuhren wir getrennt los nach Ottawa. Nach dem erfolglosen Versuch, eine SIM-Karte für Kanada und USA zu kaufen (unser Schweizer Natel muss offenbar entsperrt werden, was fast niemand kann...) kurvten wir durch die Innenstadt, parkierten unsere PanamBox vor einem Ministerium und liessen auf einem Spaziergang die imposanten Regierungsgebäude der Hauptstadt auf uns wirken.

Der Versuch, meinen Göttibub Adrian Frei zu besuchen, verlief leider erfolglos, da unsere SMS und Mails mit grosser Verspätung oder gar nicht eintrafen. Also fuhren wir noch ein Stück Richtung Süden bis Spencerville, wo wir bei einem Sportplatz eine ruhige Nacht verbrachten.
Nach kurzem, intensivem Regen nachts zeigte sich der nächste Morgen sonnig, und wir nahmen die Strasse Richtung Niagarafälle unter die Räder. Die Grossstadt Toronto umfuhren wir auf teilweise 7-spuriger Autobahn (in einer Richtung!) bei dichtem, aber flüssigem Verkehr. Dem Ontariosee entlang führte der Weg durch den „Golden Horseshoe“, dem Wirtschaftszentrum von Ontario. Nach einer Mittagspause in Grimsby direkt am See gelangten wir praktisch gleichzeitig mit Brida & Markus nach Niagara Falls. Auf einem ausgedehnten Spaziergang über die lange Aussichtspromenade präsentierten sich uns die höchst imposanten kanadischen oder „Horseshoe“ und die amerikanischen Fälle in schönstem Sonnenschein mit herrlichem Regenbogen.

 












Nach gutem Schlaf auf dem Parkplatz der Fälle liessen wir am Morgen die grossartigen Fälle noch von unten auf uns wirken, bevor wir uns nach diesem höchst lohnenden Abstecher wieder auf den langen Weg nach Westen machen.
Der Auftakt zu unserem Panamericana-Abenteuer ist also bestens gelungen! Auto und Wohnkabine funktionieren tadellos und wir sind guten Mutes, dass auch die noch folgenden ca. 45 Wochen zu einem grossartigen Erlebnis werden.
Euch wünschen wir eine gute Zeit, einen schönen Sommeranfang und grüssen euch ganz herzlich, eure
Ernst & Vreni auf Panamericana

5 Kommentare:

  1. Ja, meine Lieben. es ist schon sehr schade, dass ich den coolsten Teil kurzfristig abgesagt habe.(Ernst, es ist noch eine wichtige Sache gestern dazugekommen, wo ich nicht passen kann.) Aber Euch wünsche ich eine gut hochfahrt zum Anfang der effektiven Reise. Werde genau verfolgen, wie es für mich gewesen wäre...
    Also schöne zeit und ganz herzliche Grüsse, heini

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  2. Tolle Fotos! und auch sonst spannend, danke!

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  3. Hallo ihr zwei!
    WOW, sieht trotz eher miesem Wetter super aus! Bei den Niagara-Falls hattet ihr ein super Timing! Wir freuen uns schon auf weitere Fotos und News!
    Liebe Grüsse
    Sarah&Thomas

    P.S.: PanamBox tönt gut!

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  4. Hi ihr Zwei, besser gesagt Vier!

    Schöne Landschaften (siehe Fotos) und guter Mut, was kann es auf einer so langen Reise Beeindruckenderes geben?
    Das Wetter scheint ja bekannt zu sein, bei uns ist es nicht viel besser....Wir mussten unsere Alpentour in Arnoga wegen Schnee im Val Viola abbrechen!

    Weiterhin viel Schönes! Wir freuen uns auf den nächsten Bericht.

    Liebe Grüße von Evi und Georg

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  5. hallo vreni und ernst.
    schön von euch das erste lebenszeichen aus der "neuen welt" zu erfahren, nachdem es ja am vorletzten sonntag mit dem skypen nicht geklappt hat.....freue mich mit euch dass der "einstieg" ins gross abenteuer so toll geglückt ist und die tollen bilder sagen alles.....herzlichen dank. good luck weiterhin und unfallfreie fahrt.
    liebe grüsse aus sursee
    walter

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